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Netzwerk engagiert sich mehr

Das Netzwerk für Demokratie und Toleranz will mehr Außenwirkung zeigen - nach dem Motto: "Nicht nur bellen, auch beißen!"

29.07.2007

Wismar. Mit vielen neuen Ideen will sich das "Netzwerk für Demokratie und Toleranz Wismar/Nordwestmecklenburg" gegen rechts engagieren, nachdem es Umstrukturierungen mit dem Auslaufen der Koordinatorenstelle von Thorsten Schäfer gab. Die Aufgabe des Koordinators übernimmt mittlerweile eine wechselnde Vorbereitungsgruppe aus Mitgliedern des Netzwerkes.

Mit derzeit 33 Vertretern im Netzwerk aus Wismars Vereinen, Verbänden und Institutionen, aber auch Privatpersonen war es notwendig, dem formlosen Zusammenschluss Regeln zu geben - von der Beschlussfähigkeit bis hin zur Frage, wer wie Mitglied werden kann. "Auch wenn es umständlich ist, das ist Demokratie", so Horst Krumpen (FDP) vom Vorbereitungsteam.

Zahlreiche Ideen sollen dafür sorgen, dass die Arbeit des Netzwerkes auch nach außen sichtbar wird. "Eigentlich war das Netzwerk mal als Dach für die aktiven Vereine gegen Rechtsextremismus gedacht", erzählt Jörg Möller (Die Linke) vom Vorbereitungsteam. Trotzdem sei es wichtig, dass auch vom Netzwerk die richtigen Signale ausgehen. Ein starkes Signal soll eine Unterschriftenaktion konkret gegen die Treffpunkte und Läden der Wismarer Neonazis sein. "Wir wollen die Bürger gegen die Neonazis mobilisieren", so Horst Krumpen.

Mit der Bürgermeisterin als Schirmherrin der Aktion, so ist es angedacht, werden ab Ende August zu den Wochenmarkttagen und am Sonnabend auf dem Markt Unterschriften gesammelt. "Wir werden auch mit den Anwohnern vom Spiegelberg sprechen und, wenn sie einverstanden sind, ihre Plakate ,Mehr Bildung für Nazis' mitverteilen", so Krumpen weiter. Auch mit der Polizei, dem Ordnungsamt, der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft und der Cityinitiative soll gesprochen werden, "damit die Initiative von ganz Wismar getragen wird".

Politisch will das Netzwerk mit dem Landtag in Schwerin sprechen - die Waffengesetze sollen geändert werden, damit die Polizei in Wismar eine Handhabe gegen mit Stacheldraht umwickelte Axtstiele hat.

Als weitere große Aktion wird das Netzwerk die "Stolpersteine" unterstützen. "Die Geschichte der Wismarer Juden ist immer noch unerforscht", so Tilo Gundlack (SPD). Das Netzwerk will sich darum kümmern, finanzielle Mittel für das Projekt aufzutun. "Der Landkreis hat seine Bereitschaft signalisiert, uns zu helfen, auch finanziell. Wir sind ja das Netzwerk für Wismar und Nordwestmecklenburg. Rechtsextreme Strukturen machen nicht an einer Stadtgrenze halt", betont Tilo Gundlack.

NICOLE HOLLATZ

Ostseezeitung-Wismar

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