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Festnahmen nach Schüssen am Strand
17.07.2007
Serrahn (OZ) Die Täter zeigten den Hitlergruß und schossen mit einer Maschinenpistole in die Luft - Badegäste in Serrahn am Krakower See (Landkreis Güstrow) fühlten sich am Sonntag wie im falschen Film. Schließlich konnten Zeugen sechs Männer und eine Frau im Alter von 21 bis 29 Jahren überwältigen und der herbeigerufenen Polizei übergeben.
Unter den Familien, die das kleine Strandbad bei Serrahn besuchten, waren auch Spätaussiedler. Sie waren offenbar Ziel der Pöbeleien der jungen Erwachsenen, die nach Polizeiangaben aus Güstrow, Krakow am See und dem nahegelegenen Dorf Boldebuck stammen. "Gegen 17.30 Uhr fuhr an der Badestelle ein VW-Bus vor, dem die zum Teil stark alkoholisierten Personen entstiegen", berichtet Polizeisprecher Volker Werner. Die Tatverdächtigen hätten ausländerfeindliche Parolen gerufen, den Arm zum Hitlergruß ausgestreckt. Schließlich habe einer die MPi aus dem Auto geholt und in die Luft gefeuert. 17 Patronenhülsen fand die Polizei später am Strand. Ob der mit einem Atemalkoholwert von 2,39 Promille Hauptverdächtige, der bei der Festnahme die Waffe hielt, auch die Schüsse abfeuerte, werde noch untersucht. Der 29-jährige Krakower wurde ebenso wie die anderen Männer und die 21-Jährige Frau vorläufig in Gewahrsam genommen.
Zum Zeitpunkt, als die Naziparolen gebrüllt und die Schüsse abgefeuert wurden, waren die Väter der Aussiedlerfamilien gerade im Wasser. "Ihnen gelang es, die mutmaßlichen Täter nach einem Handgemenge zu überwältigen", sagt Peter Lückemann, Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft.
Im Landkreis Güstrow war es in der Vergangenheit wiederholt zu Gewalt zwischen Spätaussiedlern und Deutschen gekommen. Ob es einen Zusammenhang mit früheren Taten gebe, dazu machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Aber: "Wir kannten bereits vorher Beteiligte beider Seiten", sagt Lückemann.
Laut Polizei wurden die vorläufig Festgenommenen gestern wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen sie wird jetzt wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.
N. VOGLER
Ostseezeitung
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