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Schüler-Demo stößt auf Anerkennung
Die Sanitzer zeigen sich schockiert, dass die Gemeinde einen NPD-Stand im Rahmen einer Schulveranstaltung genehmigt hat.
12.07.2007
Sanitz. "Ich war von der couragierten Haltung der Schüler angenehm überrascht", lobt Joachim Möller das Verhalten der Sanitzer Gymnasiasten am vergangenen Freitag. "Die Reaktion der Schüler hat mir imponiert", äußert sich Karin Bockholt. Die jüngsten Ereignisse am Sanitzer Gymnasium sind in der Gemeinde zurzeit in aller Munde.
Am Rande eines Projekttages gegen Rechtsextremismus kam es zu Auseinandersetzungen mit NDP-Mitgliedern. Während im Schulgebäude Podiumsdiskussionen mit Landtagsabgeordneten und Verfassungsschützern zu diesem Thema geführt wurden, platzierte sich die NPD in unmittelbar Nähe des Schulgeländes mit einem Informationsstand. Dieser wurde kurzfristig von der Sanitzer Ordnungsbehörde genehmigt. Als "wenig feinfühlig und gefährlich" bezeichnete Möller die Entscheidung der Sanitzer Verwaltung. "Ich hätte den Stand nicht genehmigt, schon gar nicht im Rahmen einer solchen Schulveranstaltung", kritisiert der Angestellte.
Mit einer spontanen Demo machten etwa 300 Schüler und Lehrer vor dem NPD-Stand darauf aufmerksam, dass sie solches rechtsextreme Gedankengut nicht tolerieren. Daraufhin wurde der Gymnasiast und Landesvorsitzende der Grünen Jugend, Danny Michelsen, von einem NDP-Mitarbeiter tätlich angegriffen.
Die Sanitzer sind schockiert, dass sich solche Vorfälle unmittelbar vor ihrer Haustür ereigneten. "Als mein Enkelsohn davon berichtete, war ich erschüttert", offenbart Karin Bockholt. Bisher kannte die Krankenpflegerin solche Auseinandersetzungen nur aus den Medien.
"Ich bin stolz auf die Aktivitäten unserer Schüler", sagt Gemeindevertreterin Barbara Kirchhainer. Dass der Informationsstand in der Nähe der Schule überhaupt genehmigt wurde, war auch für das Kreistagsmitglied eine absolute Fehlentscheidung. "Das hätte man im Vorfeld verhindern müssen", so Kirchhainer. Sie will sich dafür einsetzen, dass sich derartige Dinge in der Gemeinde nicht wiederholen.
Aus Sicht der Sanitzer haben die Schüler durch ihr mutiges Verhalten mehr als deutlich gezeigt, dass die rechtsextreme Ideologie in der Gemeinde keinen Nährboden findet. "Unsere Schüler sind für braunes Gedankengut nicht anfällig", resümiert Joachim Möller. Er wünscht sich, dass die Ablehnung gegen die NDP in der Gemeinde Bestand hat.
Bereits im Vorfeld der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr wurde im Gymnasium ein Projekttag gegen Rechtsextremismus organisiert.
SUSAN KOCH
Ostseezeitung-Rostock
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