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Hagenow: Soldaten überfielen Italiener

Opfer abgereist

16.06.2007

Hagenow (OZ) Ausländerfeindlicher Überfall in einer Hagenower Kneipe: Drei Italiener (21/36/41) saßen dort friedlich an einem Tisch, als drei Bundeswehrsoldaten hinzukommen. Ohne ersichtlichen Grund greifen sie die Italiener an und beschimpfen sie mit ausländerfeindlichen Sprüchen.

"Die Opfer mussten mit teils schwerwiegenden Verletzungen ins Krankenhaus", informiert ein Kollege. Die Italiener sind Spezialisten und arbeiteten für die Firma Cannon, die in Lübtheen eine Anlage zur Produktion von Lkw-Kühlkoffern aufbaut. Der Mitarbeiter der Firma: "Die Kollegen gingen regelmäßig in die Kneipe, sie spielten dort Dart und Flipper." Wieso sie angegriffen wurden, kann auch er sich nicht erklären. "Es war ein hinterhältiger Überfall", glaubt er.

Gestern wurde der Jüngste, dem die Täter die Nase brachen, aus dem Krankenhaus entlassen. Inzwischen seien alle Opfer nach Italien abgereist, berichtete der Mitarbeiter weiter. Im Kreis der Kollegen löste die Tat Kopfschütteln und Entsetzen aus. "Die Italiener arbeiteten bereits seit neun Monaten bei uns. Wir hoffen, dass sie noch einmal wiederkommen."

Oberstaatsanwalt Hans-Christian Pick von der Schweriner Staatsanwaltschaft wollte gestern noch nichts Näheres zu dem Fall sagen. "Wir ermitteln noch."

Nach Zeugenaussagen betraten die zwischen 21 und 24 Jahre alten Soldaten, die keine Uniform trugen, den "Bierpub" in Hagenow und schlugen gleich zu. "Sie kamen gegen 22 Uhr", erinnert sich Wirt Mario Völker (45). "Da hatten sie wohl anderswo schon einiges gebechert." Eine Stunde später sei es zur Schlägerei gekommen. Er bestätigte, dass die Soldaten die ausländischen Gäste wegen ihrer Herkunft und ihrer geringen Deutschkenntnisse beschimpften.

Die Schläger hatten zur Tatzeit zwischen 1,2 und 1,7 Promille Alkohol im Blut. "Derzeit machen die drei Soldaten weiter Dienst, soweit die Ermittlungen es zulassen", war bei dem Bataillonskommandeur des Hagenower Panzergrenadierbataillons 401, Oberstleutnant Dirk Faust gestern zu erfahren. "Es sind auch Grundwehrdienstleistende dabei." Ob die Tat diziplinarische Folgen haben wird, war gestern ebenfalls unklar. Faust: "Wir warten zunächst das Ergebnis der staatsanwaltlichen Ermittlungen ab."

M. STÖCKLIN

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