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Anklage wegen brutalen Totschlags im Nazi-Milieu

Der Verdacht hat sich erhärtet, dass ein 30-jähriger Neonazi in Wismar von den eigenen Kameraden getötet wurde

31.05.2007

Er war ein Kamerad, dennoch brachten seine Nazi-Kumpel ihn um. Im Januar fand die Polizei in Wismar eine Leiche in der Wohnung eines Neonazis. Nun klagt die Staatsanwaltschaft Schwerin fünf Tatverdächtige im Alter von 17 bis 37 Jahren wegen Totschlags an. "Alle Verdächtigen gehören zur rechten Szene", sagt Oberstaatsanwalt Hans-Christian Pick.

Am Abend des 2. Januar war der Inhaber der Wohnung in der Lieselotte-Hermann-Straße mit seinem Anwalt zur Polizei gegangen. Der 26-Jährige erklärte den Beamten nur, dass eine Leiche in seiner Wohnung läge. Über die Identität des Toten schwieg er sich ebenso aus wie über seine Beziehung zu dem Toten. Wegen Rechtsrock-Musik und "Sieg-Heil"-Gegröle hatten sich Wochen vorher schon Anwohner beim Vermieter beschwert.

Die Obduktion offenbarte, dass der 30-Jährige an den Folgen von Gewaltanwendung am Kopf gestorben war. "Eine äußerst brutale Tat", heißt es aus Ermittlerkreisen. Die Ermittlungen ergaben, dass der jüngste Tatverdächtige am Neujahrstag bei einen Trinkgelage mit dem Opfer in Streit geraten war. Später hätten alle mit Fäusten und Füßen gegen das Gesicht des Opfers geschlagen und getreten. Auch mit einem Gegenstand wurde auf seinen Kopf eingedroschen. Der 27-Jährige soll das Opfer zudem mit einen Messer an Hals und Brust verletzt habe. Alle Verdächtigen sitzen in Untersuchungshaft. "Anhaltspunkte für ein politisches Tatmotiv gibt es keine", sagt Pick. AS

taz

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