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Polizei weist Vorwürfe von Opferschutzverein zurück
26.05.2007
Von Thomas Krause
Ueckermünde. Nach Angaben des Sprechers der Polizeidirektion Anklam, Hans-Joachim Finn, ist es am Herrentag auf dem Parkplatz am Strandbad in Ueckermünde zu tätlichen Auseinandersetzungen gekommen. "Bei den Tatverdächtigen soll es sich um Personen aus der rechten Szene gehandelt haben", sagt er. Ausgangspunkt der Schlägerei sei möglicherweise eine Äußerung eines der Opfer im Vorfeld gewesen. "Er soll im Vorbeigehen an einer Gruppe am Strand ,Scheiß Nazis' gerufen haben", erklärt Polizeisprecher Hans-Joachim Finn.
Kritik des Opferschutzvereins Lobbi Ost, die Beamten hätten nichts gegen die Tatverdächtigen unternommen und die Opfer schutzlos zurückgelassen, weist die Polizei indes zurück. "Diese Vorwürfe haben sich nach eingehender Prüfung nicht bestätigt", erklärte Direktions-Sprecher Stephan Lack. Ermittlungen der Polizei hätten ergeben, dass sich an jenem Tag am Strand mehrere Gruppen von Jugendlichen rechter und linker Orientierung aufhielten, die dort feierten. Gegen 17 Uhr sei dann ein Notruf bei der Anklamer Einsatzleitstelle eingegangen, wonach von einer Gruppe obszöne Rufe ausgehen sollten. "Daraufhin fuhren zwei Streifenwagen zum Strand. Der Einsatz wurde aber nach einer Viertelstunde abgebrochen, weil keine obszönen Rufe zu hören waren und sich der Anrufer nicht meldete", sagte Lack.
Die Streifenwagen waren bereits wieder auf dem Weg zum nächsten Einsatz, als sie erneut zum Strand gerufen wurden, nun sei es zu Körperverletzungen gekommen. "Bei Eintreffen meldeten sich drei Geschädigte. Sie konnten zu den Tätern weder Beschreibungen abgeben noch einen oder mehrere Personen identifizieren", erklärt der Polizeisprecher. Wegen weiterer Rangeleien am Strand wurde mit den Geschädigten vereinbart, dass sie am Folgetag auf dem Polizeirevier erscheinen und die Anzeige zu Protokoll geben sollten. "Dafür zeigten sie auch Verständnis", so Lack.
Die Beamten blieben noch bis gegen 18.25 Uhr am Strand, da es weitere Auseinandersetzungen zwischen den Jugendlichen gab. "Einen Tag später erschien einer der Geschädigten auf dem Polizeirevier, um wie vereinbart Anzeige zu erstatten. Erst jetzt wurden Tatverdächtige namentlich benannt", sagte Stephan Lack.
Mit Besorgnis hat unterdessen der Vorsitzende der Linkspartei im Landkreis, Gerd Walther, auf die Häufung rechtsextremer Übergriffe in der Region in den vergangenen Wochen reagiert. Er bezieht sich dabei auf insgesamt drei ihm bekannte Fälle von Übergriffen, vor allem auf linke Jugendliche beziehungsweise junge Leute, die sich offen gegen Rechts aussprechen. Für Gerd Walther sind die Überfälle ein deutliches Indiz dafür "dass die rechte Szene der Gewaltbereitschaft nicht abgeschworen hat und durch den NPD-Landtagseinzug nun Morgenluft wittert".
Nordkurier-Ueckermünde
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