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Milde Strafe für brutalen Angriff

16.05.2007

Wolgast (kb/as). Das Amtsgericht Greifswald hat gestern den Schlussstrich unter einen brutalen, rechtsmotivierten Angriff gezogen, der sich bereits vor zwei Jahren abgespielt hatte. Das teilte der Opferschutzverein Lobbi mit. Der ehemalige Wolgaster Daniel K., der jetzt in Altenburg lebt, wurde wegen gefährlicher, lebensgefährdender und gemeinschaftlich begangener Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Die Strafe wurde zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt. Im Dezember und März waren seine drei Mittäter ebenfalls zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.

Zur Tat: Am 30. Mai 2005 fand an einer Badestelle am Wolgaster Dreilindengrund eine Schulabschlussfeier statt. Drei der Teilnehmer, zwei Jungen und ein Mädchen aus der Punkszene, waren von den Tätern wegen ihres Aussehens beschimpft und bedroht worden. Einer der Jugendlichen wurde mit Fäusten geschlagen und am Auge verletzt, worauf er in die Peene flüchtete. Ein zweiter kehrte mit seinem Vater zurück, um seinem Freund aus dem Wasser zu helfen. Der damals 54-jährige Wolgaster Handwerksmeister wurde darauf selbst brutal zusammengeschlagen. Sein 16-jähriger Sohn erhielt Faustschläge und Tritte in den Rücken und ins Gesicht. Nach Hieben mit Bierflaschen sank er ohnmächtig zu Boden. Nach der Tat musste er eine Woche lang stationär behandelt werden, sein Leiden ist noch heute nicht vorbei. Der Vater erlitt Rippenbrüche, die rechtsmedizinische Untersuchung stellte Schuhabdrücke im Gesicht und auf dem Rücken fest.

Daniel K. ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Körperverletzung und Verwendens verfassungswidriger Symbole. Bei der Tat war der 26-Jährige gerade mal zwei Tage wieder auf freiem Fuß. Bei den anwesenden Opfern entschuldigte er sich gestern nicht. Nach der Verkündung des Urteils lachte und grinste er gemeinsam mit den anderen Tätern. Lobbi e.V. kritisierte unter anderem die lange Verfahrensdauer, die den Tätern nutze und die Opfer belaste.

Die Aussetzung zur Bewährung war vor allem mit dem langen Zeitraum zwischen Tat und Urteil und einer "günstigen Sozialprognose" begründet worden.

Nordkurier-Usedom

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