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Sitzblockaden gegen G8

Die Kampagne "Block G8" ruft zu Straßen-Blockaden im Juni auf und will Teilnehmer schulen.

24.03.2007

Rostock (OZ) Sie klingen voller Zuversicht, die Gipfel-Gegner der Kampagne Block G8: "Wir haben jahrelange Erfahrungen mit Sitzblockaden, wir sind uns sicher, dass wir mit dieser Methode merklich Einfluss auf das Treffen nehmen können", sagte gestern Block-G8-Sprecher Christoph Kleine (40, aus Lübeck) in Rostock. Der Plan: Rund 10 000 Gipfelgegner will die Kampagne vereinen und gemeinsam Zufahrtsstraßen nach Heiligendamm blockieren, wenn sich dort Anfang Juni die Staats- und Regierungschefs der führenden sieben Industrienationen und Russlands treffen.

Nicht der Gipfel selbst soll so verhindert werden: "Sicher werden die Politiker mit dem Hubschrauber eingeflogen", meint Sprecherin Frauke Banse (32, aus Frankfurt am Main). Doch dem Tross von Dolmetschern, Büromitarbeitern und Sicherheitsleuten soll die Anfahrt merklich erschwert werden. "Unser Motto ist: ,Wir sind gekommen, um zu bleiben'" , sagt Banse. Und Kleine sagt: "Wir bleiben, so lange es eben geht."

Denn die Polizei hat bereits angekündigt, keine Blockaden zu dulden. "Wir werden den G8-Gipfel schützen", sagt Polizeisprecher Axel Falkenberg. Mit dem Rekordaufgebot von 16 000 Einsatzkräften seien die Sicherheitskräfte nicht nur personell gut aufgestellt: "Die Polizisten sind geschult und werden konsequent einschreiten."

Die G8-Gegner betonen ihre friedliche Grundeinstellung: "Wir wollen keine Gewalt und werden der Polizei durch unser Verhalten keinen Vorwand zur Eskalation geben", sagt Banse. Allerdings sei klar, dass es zu Konfrontationen mit der Polizei kommen werde. Und dass die Blockadeteilnehmer Regeln übertreten. "Das ist eben der zivile Ungehorsam."

Die Bewegung spricht der Politik der G8 jede Legitimation ab, da sie weltweit die Spaltung in Arm und Reich verschärfe und Lebensgrundlagen auf der Welt zerstöre. "Mit unseren Aktionen wollen wir auf großes Unrecht aufmerksam machen", sagt Banse. Das legitimiere die Mittel.

Man vertraue bei Blockadeteilnehmern auf getroffene Vereinbarungen, sagt Kleine. "Taschenklontrollen wird es nicht geben, aber oberstes Gebot ist: Deeskalation." Gesammelte Erfahrungen bei Blockaden von Castor-Transporten oder Neonazi-Demonstrationen würden für den Erfolg sprechen. "Wir bleiben zunächst immer in Bewegung, weichen der Polizei aus, führen keine Diskussionen", sei die Taktik der Phase 1.

In Phase 2 wolle man Straßen blockieren und dort ausharren. "Wir werden das vorher proben und bieten Teilnehmern Aktionstrainings an", sagt Kleine. Man vertraue darauf, dass das Polizeiaufgebot an der Masse der Teilnehmer scheitere. Laut Polizeisprecher Axel Falkenberg gebe es allerdings genügend Möglichkeiten, Blockierer in Gewahrsam zu nehmen. Und das Justizministerium verkündet, dass extra zum G8-Gipfel in Waldeck und Bützow 50 Plätze für Untersuchungshäftlinge eingeplant werden.

NICK VOGLER

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