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50 Sportnächte gegen Rechtsradikalismus
02.01.2007
Greifswald. Mit diesem Erfolg hat Matthias Kindt "nie im Leben" gerechnet. Vor knapp fünf Jahren lockten der Sozialarbeiter von der Familienhilfe Junghans und seine Mitstreiter von Greifswalder Sportvereinen und Wohlfahrtsverbänden das erste Mal Kinder und Jugendliche mit Sport zu später Stunde. "Wir waren engagiert aber unerfahren", erinnert sich Matthias Kindt.
Für die Jugendlichen sollte der Sport im Vordergrund stehen für die Macher die Prävention gegen Rechts. "Wir wollen uns um Kinder kümmern, die noch nicht wissen, wo sie hin wollen. Solange wir das sind, kommen die Rechten nicht zum Zug", fasst Kindt das Konzept zusammen. Und natürlich soll Nachtsport auch das Interesse für den Sport und seine Werte wie Fairness und Teamgeist wecken. Mittlerweile hat die Arbeitsgemeinschaft Nachtsport 50 Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Acht bis zehn Mal im Jahr können Mädchen und Jungen zwischen zwölf und zwanzig Jahren bis weit nach Mitternacht unter anderem Volleyball und Fußball spielen. "Spaß ist immer garantiert", weiß Kindt, auch wenn es keine Urkunden und Pokale gibt. Die Resonanz ist trotzdem "super".
Im vergangenen Jahr begeisterten die Sportnächte 800 Mädchen und Jungen. Volleyball gehörte dabei zu den beliebtesten Sportarten. Auf den Turnieren im März und Dezember kämpften jeweils 200 bis 300 Aktive am hohen Netz. "Volleyball kann jeder spielen", erklärt Kindt das große Interesse. Die Turniere locken selbst unsportliche Mädchen und Jungen in die Turnhalle. "Viele fassen nur auf diesen zwei Veranstaltungen einen Ball an", weiß der Organisator. Die Atmosphäre passe einfach. Mit Gleichaltrigen quatschen und Sport treiben - für viele junge Greifswalder ist dies zweimal jährlich die bessere Alternative zu Glotze, Disko oder bloßem Abhängen. Unterstützt wird das Projekt von der Stadt und dem Landespräventionsrat. Die Verwaltung stellt kostenlos die Hallen zur Verfügung. Der Präventionsrat spendierte 2500 Euro.
U. R.
Ostseezeitung-Greifswald
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