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"Kümmerkompetenz" nicht Braunen geben
03.11.2006
Neustrelitz. Der Christdemokrat Lorenz Caffier soll neuer Innenminister in Mecklenburg-Vorpommern werden. Caffier wohnt in Neustrelitz, hat seinen Wahlkreis 22 zwischen Penzlin und Friedland. Er ist seit 1990 in der Politik. Mit ihm sprach Marlies Steffen über sein neues Amt.
Herr Caffier, warum der Wechsel vom Abgeordneten- auf den Ministersessel?
Weil man sich im Leben, wenn die Möglichkeit besteht, auch einmal einer neuen Aufgabe stellen sollte.
Vom Technischen Leiter/LPG-Vorsitzenden zum Minister, das ist im Osten nicht alltäglich. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen einem ehemaligen LPG-Mitglied gegenüber, das heute ohne Job dasteht, was sagen Sie dem Mann?
Dies ist eine schwierige Frage, weil es das Gesamtproblem der Arbeitslosigkeit betrifft. Eigentlich gibt es nur eine Antwort auf die Frage, wir müssen die Arbeitslosigkeit senken. Ich hatte vielleicht das Glück, von solch existenziellen Problem nicht getroffen zu werden.
Als es damals um einen neuen Landrat in Mecklenburg-Strelitz ging, haben Sie sich selbst als ungeeignet bezeichnet, weil sie schlecht mit "Bürohengsten" umgehen können. Denken Sie inzwischen anders über die starren Strukturen einer Behörde?
Nein. Aber man verändert die Probleme nicht, wenn man sich der Auseinandersetzung nicht stellt.
Was ist Ihre persönliche Meinung, hat Mecklenburg-Strelitz eine Chance auf eine weitere Existenz?
Als eigenständiger Landkreis: ein klares "Nein". Der Landkreis ist mit den jetzigen Strukturen nicht überlebensfähig. Es gibt ein beschlossenes Gesetz, das von mir als zuständigem Innenminister umzusetzen ist.
Sie gelten als besonnener Mensch mit richtigen Argumenten am richtigen Ort, meinen Sie nicht, dass Sie gerade, was die Auseinandersetzung mit den Neonazis im Landtag angeht, fehlen werden?
Diese Frage hat mich in den vergangen Tagen intensiv beschäftigt. Wir haben aber in den vier im Landtag vertretenen Fraktionen eine Vielzahl von Kollegen, die sich dieser Auseinandersetzung genau so gut stellen werden.
Politikern wird nachgesagt, dass sie sich nur vor den Wahlen unters Volk mischen, was tun Sie gegen dieses Vorurteil?
Ich versuche nicht nur in Wahlzeiten regelmäßig mit Bürgern ins Gespräch zu kommen.
Als Innenminister werden Sie mit der Neonazi-Problematik zu tun haben, wie kann das Land Herr dieses Problems werden?
Wir müssen das Grundproblem, die Arbeitslosigkeit zu senken, in die Tat umsetzen und uns der Auseinandersetzung mit den Nazis stellen. Insbesondere in den Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit, darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Braunen die "Kümmerkompetenz" besitzen und wir nicht.
Nordkurier-Neubrandenburg
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