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CDU initiiert "Stolpersteine" im Landkreis

26.10.2006

Ostvorpommern (as). Die CDU- Fraktion des Kreistages will das Projekt "Stolpersteine" auch im Landkreis Ostvorpommern ansiedeln. Das kündigte gestern Wolfgang Riemann, Fraktionschef der Christdemokraten, gegenüber der AZ an.

Hinter den "Stolpersteinen" verbirgt sich ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, der mit diesen Mahnmalen an das Schicksal von Menschen erinnern möchte, die von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurden. Dabei werden von Schülern, Bürgerinitiativen oder auch Angehörigen die Daten von Menschen recherchiert, die während der Hitler-Diktatur verfolgt und ermordet wurden. Nach diesen Angaben fertigt Demnig einen Betonquader mit einer zehn Mal zehn Zentimeter großen Fläche an, die mit einer Messingplatte abschließt. Darauf sind Name, Geburtsjahr und Schicksal des Menschen verzeichnet, meist das Datum der Deportation oder des Todes. Der Stein wird bündig in den Bürgersteig oder die Straße direkt vor der Haustür zur letzten Wohnung des Opfers eingelassen. Finanziert werden die Stolpersteine durch Spenden, Sammlungen und Patenschaften von einzelnen Bürgern, Schulklassen oder auch Kommunen. Inzwischen gibt es in ganz Deutschland, aber auch in Österreich, Italien und Holland mehr als 8500 Stolpersteine, allein in Berlin, Hamburg und Köln jeweils etwa 1400. Auch in Pasewalk gibt es bereits "Stolpersteine".

Laut Beschlussvorschlag der CDU soll nun gemeinsam mit den Gemeinden ein Konzept entwickelt werden, um ab 2007 die Mahnmale in Ostvorpommern umzusetzen. Zudem fordert die CDU-Fraktion die Kreisverwaltung auf, gemeinsam mit dem staatlichen Schulamt ein Videoprojekt des US-Regisseurs Steven Spielberg mit mehr als 50 000 Überlebenden des Holocaust für den Geschichts- und Sozialkundeunterricht zugänglich zu machen.

Ein weiterer Antrag der CDU zielt angesichts der tödlichen Vorfälle in Bremen und Zwickau darauf ab, dass die Verwaltung dem Kreistag über die Anzahl der Problemfamilien in Ostvorpommern und die Aktivitäten des hiesigen Jugendamtes Bericht erstatten soll. Das selbe Ansinnen hatte bereits der Jugendhilfeausschuss für seine nächste Sitzung geplant.

Nordkurier-Anklam

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