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Auf den Spuren von Anne Frank

27.09.2006

Parchim (Von Cornelia Flörke und Nicole Drefahl) - Nachdem sich die Schüler der 8. Klasse von Lehrerin Marion Schwichtenberg am Friedrich-Franz-Gymnasium im vergangenen Schuljahr intensiv mit der Geschichte der Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg und insbesondere mit dem bewegenden Schicksal Anne Franks auseinandergesetzt hatten, stand nun eine Projektfahrt nach Amsterdam an. Hier galt es, auf den Spuren der Vergangenheit zu wandeln, um einen noch intensiveren Eindruck dieser Lebensgeschichte, die durch das Tagebuch weltberühmt wurde, zu erhalten. Die Ergebnisse der Projektfahrt in Form von Plakaten, Berichten und Reisetagebüchern werden zurzeit im Gymnasium ausgestellt. Ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung bei der Vorbereitung und Begleitung der Fahrt geht an Peter Szeczinowski vom Kreisjugendring Parchim und an Marion Schwichtenberg. Über die Reise berichtet Nicole Drefahl, Schülerin der 9b: In der letzten Schulwoche begannen wir, die Klasse 9b des Friedrich-Franz-Gymnasiums, unsere fünftägige Projektfahrt "Auf den Spuren von Anne Frank" nach Amsterdam (Holland). Die erste Station war das Durchgangslager Westerbork im Norden der Niederlande. Von dort aus wurden einmal wöchentlich tausende Menschen, z. B. Juden, Zigeuner u.a., nach Auschwitz-Birkenau abtransportiert. Der Zug kam immer leer zurück... Anne Frank und ihre Familie verließen mit dem letzten Transport das Lager.

Als nächstes besuchten wir das Anne-Frank-Haus in Amsterdam. Das Hinterhaus in der Prinsengracht diente den Familien Frank und van Pels sowie Fritz Pfeffer zwei Jahre lang als Versteck. In dieser Zeit führte Anne ihr Tagebuch. Sie schrieb über das Leben im Hinterhaus, die Isolation der Untergetauchten und über die ständige Angst davor, entdeckt zu werden. Hilfe erhielten die Acht durch die Büroangestellten der Firma "Opekta" von Otto Frank, die ihnen täglich Lebensmittel, Bücher und Zeitungen brachten. Im Jüdisch Historischen Museum erfuhren wir viel über das Leben der Juden und ihre Kultur. Außerdem haben wir dazu gelernt, wie sie Widerstand leisteten und die jüdischen Kinder gerettet wurden. Der Höhepunkt der Fahrt war aber das Zeitzeugengespräch mit der jüdischen Widerstandskämpferin Mirjam Ohringer im Museum des Widerstandes. Sie erzählte uns eine Menge über ihr Leben in der Zeit des Nationalsozialismus. Ca. zwei Stunden berichtete sie über Dinge, auf die sie während ihrer Kindheit verzichten musste, die Schicksalsschläge, die ihre Freunde und Bekannten erlitten, ihre Erlebnisse beim Untertauchen usw.

Erinnerungen an diese Fahrt haben sich tief eingegrabenAuf der Rückreise machten wir einen ausführlichen Stopp in Bergen-Belsen. Innerhalb von fünf Jahren starben in der nach außen so friedlich wirkenden Landschaft der Lüneburger Heide mehr als 70000 Menschen. Wir sahen uns einen Film eines britischen Soldaten an, der uns zutiefst bewegte. Im Anschluss gedachten wir der Opfer. Während unserer Projektfahrt hatten wir natürlich auch Freizeit. Zwischen Sightseeing bei einer Grachtenfahrt und einem Besuch der Mühlen in Zaanse Schanz konnten wir selbstständig Amsterdam erkunden oder eine Radtour durch den Dünen-Nationalpark an die Nordsee machen. Wir werden diese Reise nie vergessen - und das ist auch gut so! Denn die schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit dürfen nicht in Vergessenheit geraten!

Schweriner Volkszeitung-Parchim

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