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Politiker: Netzwerk gegen Rechts ist zu spät gekommen
19.09.2006
Mecklenburg-Strelitz (mn/bl). Der Verlierer im Wahlkreis 21 ist Vincent Kokert, Direktkandidat der CDU, der gegenüber seinem SPD-Konkurrenten Michael Körner knapp das Nachsehen hatte und mit Listenplatz 7 nicht mehr in den Landtag einziehen kann. Für Kokert ist die Niederlage eine Riesen-Enttäuschung. "Ich muss akzeptieren, dass es auch viele Menschen gibt, die ich mit dem normalen politischen Geschäft nicht erreiche", sagte Kokert gestern.
Michael Körner (SPD) schränkte mit Blick auf den Einzug der NPD in den Landtag ein, dass das von ihm ins Leben gerufene Netzwerk gegen Rechts zu spät begonnen habe zu arbeiten. Es bleibe aber aktiv, ein Papier mit "zehn Handlungsschritten" soll Eingang in den nächsten Kreistag finden. Für die Region will sich Körner künftig verstärkt um den Ausbau der B 96 und des Autobahnzubringers nach Wittstock, um die Königin-Luise-Route und um die Umsetzung der Verwaltungsreform bemühen. Sowohl mit der Erst- als auch mit der Zweitstimme liegt die Linkspartei im Wahlkreis 21 über dem Landesdurchschnitt. "Ich selbst habe aber 42 Stimmen weniger bekommen als meine Partei, das heißt, ich muss mich noch mehr unter den Leuten tummeln", zog Torsten Koplin Bilanz. Die gesunkene Wahlbeteiligung zeige, dass es am Vertrauen gegenüber den demokratischen Parteien fehle, "das Vertrauen müssen wir zurück gewinnen." Er sei froh, dass es das Bündnis der demokratischen Parteien gegen Rechts gebe, "wir haben es aber offenbar zu spät auf den Weg gebracht." Das Schaffen von Arbeitsplätzen und eine gute Bildungspolitik müssen weitergehen. "Außerdem müssen wir in die politische Bildung und in die Jugendsozialarbeit investieren", so Koplin.
Mit Platz 9 auf der FDP-Landesliste hat Karlo Schmettau den Einzug in den Landtag nicht erreicht, doch habe er nie gedacht, dem so nahe zu kommen, sagte er. "Wir haben ein starkes Ergebnis eingefahren. Was wir sagen, meinen wir so. Das macht uns glaubwürdig. Ich möchte mich bei den Wählern und bei den Helfern bedanken."
Die Grünen blieben unter der Fünf-Prozent-Hürde. "Wichtig ist, dass sich die demokratischen Parteien schnell entscheiden, wie es weitergeht und dass sie ihre Politik ändern", so Hendrik Fulda. Für den ländlichen Wahlkreis 21 sei eine überdurchschnittliche Steigerung erzielt worden. "Ich bin mit der Leistung zufrieden."
Nordkurier-Neustrelitz
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