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Politologin unterstützt Parteien-Kampagnen gegen die NPD
06.09.2006
Die Rostocker Politologin Gudrun Heinrich hat das aktive Vorgehen der großen Parteien in Mecklenburg-Vorpommern gegen die NPD verteidigt. Nach der jüngsten vom NDR in Auftrag gegebenen Umfrage von Infratest dimap kann die rechtsextreme Partei bei der Wahl am 17. September auf sechs Prozent der Stimmen und den Einzug ins Schweriner Parlament hoffen. Die etablierten Parteien klären nun verstärkt über die Gefahren auf, die von der NPD für das Land ausgehen könnten. Heinrich plädiert für eine kritische Auseinandersetzung, statt zu versuchen, die Parolen vom rechten Rand totzuschweigen.
"Die Strategie, zu entlarven, dass die NPD keine reine Protestpartei ist, sondern die Demokratie abschaffen will, halte ich für richtig", sagte Heinrich. Schon durch ihr eigenes Auftreten sei die Partei sehr präsent. "Wenn man das Thema NPD verschweigen würde, hätte die Partei die Meinungsführerschaft in der Selbstdarstellung", so die Politikwissenschaftlerin. Die NPD verfolge eine "Wolf-im-Schafspelz-Strategie" und hinter der Fassade einer bürgerlichen Protestpartei verfassungsfeindliche Ziele.
Rechtsradikale Botschaften erreichen ihre Klientel
Nach Einschätzung Heinrichs tritt die NPD deutlich aggressiver auf als bei früheren Wahlen: "Sie schüchtern die Menschen ein, etwa indem sie sie daran hindern, sich im Straßenwahlkampf bei den anderen Parteien zu informieren." Das sei ein Zeichen gestiegenen Selbstbewusstseins nach den Wahlerfolgen in Sachsen und bei den Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Botschaften der NPD kämen bei der Klientel gut an: "Sie greift die Probleme der Leute auf und tut so, als könne sie sie lösen - und das zieht", sagt Heinrich.
Dass die Umfragewerte der NPD zuletzt nach oben gegangen sind, bewertet Heinrich als normal: "Die Leute, die rechts wählen, legen sich häufig erst kurz vor der Wahl fest. Dabei ist offen, ob sie bei früheren Umfragen wirklich nicht wussten, was sie wählen wollen oder ob sie 'sozial angepasst' geantwortet haben."
NDR
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