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Heimattreue feiern im Völschower Berg
Eine als nationalistisch geltende Organisation hat in Demmin eine Tanzveranstaltung durchgeführt.
04.07.2006
Von Knut Degner, ddp
Demmin. Im Vorfeld der Landtagswahlen verstärkt die als rechtsextrem geltende Kinder- und Jugendorganisation Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ) in Mecklenburg- Vorpommern ihre Aktivitäten.
Nach Informationen von Journalisten fand am Sonnabend in Demmin eine Veranstaltung statt, zu welcher der HDJ-Bundesverband eingeladen hatte.
In einem Rundfax hatte die HDJ zu einer Tanzveranstaltung unter dem Motto "Danz up de Deel" eingeladen und konkrete Anreisebeschreibungen mit Abholterminen beigefügt. Angeboten wurden auch Übernachtungsmöglichkeiten im Saal und in Zelten. Als Absenderadresse war lediglich ein Berliner Postfach angegeben worden.
Das Schweriner Lagezentrum der Landespolizei bestätigte gestern ein Treffen im Saal "Völschower Berg". Die Neubrandenburger Polizeidirektion bestritt jedoch einen rechtsextremen Hintergrund des Treffens. Es gebe keine Hinweise auf eine rechtsextreme Szene, weshalb auch der so genannte Konzerterlass des Innenministers nicht greife, sagte ein Polizeisprecher. Angaben zur Teilnehmerzahl wurden nicht gemacht.
In einer Auflistung der in Mecklenburg-Vorpommern aktiven rechtsextremen Organisationen hatte das "Hamburger Abendblatt" im Januar 2006 auch die HDJ genannt. Das Mobile Beratungsteam für demokratische Kultur Mecklenburg-Vorpommern (mbt) hatte in seinem "Lagebericht Rechtsextremismus" vom März 2006 den NPD-Landtagskandidaten Tino Müller als HDJ-Aktivisten ausgewiesen.
Die HDJ-Organisation, die um Jugendliche im Alter von 7 bis 25 Jahren wirbt, gilt bei Rechtsextremismus-Experten nach dem Verbot der Wiking-Jugend im Oktober 1994 als wichtiger Bestandteil neonazistischer Kinder- und Jugendarbeit und als "braune Kaderschmiede". Es gibt enge Verbindungen zur rechtsextremen NPD und zu deren Jugendorganisation JN.
Die eigenständige Nordost-"Einheit" der HDJ soll erst seit Jahresbeginn bestehen. Geführt wird sie von einer "Leitstelle Nord" in Hamburg. In Greifswald agiert eine "Einheit Mecklenburg und Pommern" unter einer Postfachnummer. Erklärtes Ziel ist die Vermittlung einer "heimat- und volkstreuen Weltanschauung und Kultur". Der Versandhandel der rechtsextremen "Deutschen Stimme" wirbt für den "Bildkalender der volkstreuen Jugend - Unser Leben 2006", eine Publikation des HDJ.
Nach Angaben des Schweriner Politologen Markus Birzer will die NPD etwa 1,5 Millionen Euro in den Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern investieren. Schützenhilfe kommt aus Sachsen. So soll nach Angaben des Verfassungsschutzes der NPD-Fraktionschef im sächsischen Landtag, Holger Apfel, von Anklam aus die rechtsextremistische Partei in die Wahl führen.
Nordkurier
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