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Stein erinnert an ein kurzes Leben
Bernhard Blach starb mit 16 Jahren in Auschwitz. Ein Stolperstein vor seinem Wohnhaus weist auf sein Schicksal hin.
08.06.2006
Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Seit gestern erinnert ein Granitstein im Gehweg vor dem Haus Nummer 16 im Patriotischen Weg an das kurze Leben des Rostockers Bernhard Blach. Der Junge lebte hier von seiner Geburt an 16 Jahre lang mit seiner Mutter. Bis zum 10. Juli 1942: Im Morgengrauen wurden Paula und Bernhard Blach von Polizisten zum Hauptbahnhof gebracht und mit 22 weiteren Rostocker Juden nach Ludwigslust deportiert. Am nächsten Tag ging es weiter nach Auschwitz. Mutter und Sohn wurden sofort nach der Ankunft an der Rampe von Birkenau "selektiert" und starben in der Gaskammer.
"Wir wissen nicht viel über Bernhard Blach", sagte Christine Lucyga bei einer kleineren Zeremonie zur Einweihung des mittlerweile 15. Stolpersteins, mit denen vor ihren ehemaligen Wohnhäusern an Rostocker Juden erinnert wird, die im Holocaust umkamen. Über Paula Blach ist einiges bekannt. An sie erinnert bereits ein Stolperstein vor ihrem ehemaligen Wohnhaus. Paula Blach musste nach dem Tod ihres Mannes drei Kinder und ihr Uhrmachergeschäft in der Doberaner Straße 1a allein durchbringen. Bei den Übergriffen gegen Juden am 9. November 1938 wurde das Geschäft so stark demoliert, dass Paula Blach es aufgeben musste.
Der Familie gehörte das Wohnhaus im Patriotischen Weg. Hier nahmen sie andere Juden auf, denen von ihren Vermietern die Wohnung gekündigt worden war. Direkt gegenüber war das Haus der Rostocker NSDAP-Parteizentrale. Bernhards Bruder Herbert ging 1936 nach Italien, seine Schwester Marga gelang 1938 die Flucht nach Palästina. Sie lebt heute in Israel.
Edith und Gerhard Soslowski waren aus Berlin zur Einweihung des Stolpersteins gekommen. "Herbert hat wenig über seine Mutter und seinen Bruder erzählt", sagt Gerhard Soslowski (74), "wenn man so etwas erlebt hat, ist das normal." Der Berliner war mit Herbert Blach befreundet, bis zu dessen Tod vor vier Jahren.
GERALD KLEINE WÖRDEMANN
Ostseezeitung-Rostock
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