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Atempause auf der Flucht vor Gewalt und Verfolgung

Bis Oktober Abschiebestopp für Flüchtlinge aus Togo erlassen

24.04.2006

Parchim - Issahou Saibou hat das Video schon viele Male gesehen und trotzdem ist er wie gefesselt an den Fernsehbildschirm und zuckt immer wieder zusammen, wenn Soldaten Menschen verprügeln oder Tote zu sehen sind. Er sieht elend aus, als die Dokumentation zu Ende ist, die vom Fernsehsender "Arte" ausgestrahlt wurde. Saibou hat solche erschreckenden Szenen am eigenen Leib erfahren. Der 32-Jährige stammt aus dem afrikanischen Togo und flüchtete vor vier Jahren vor der gewalttätigen Militärdiktatur nach Deutschland. Jetzt lebt er in einer Asylunterkunft im Landkreis Parchim.

Issahou Saibou ist froh, dass der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern Gottfried Timm (SPD) jetzt einen Abschiebestopp für Flüchtlinge aus Togo erlassen hat. Aus dem Ministerium hieß es, dass es noch nicht gelungen sei, ein klares Bild über die gegenwärtige Sicherheitslage in Togo zu gewinnen. Bis zum 10. Oktober wurde die Aufenthaltsfrist für die 323 ausreisepflichtigen Togoer im Land verlängert. Aber was wird im Oktober geschehen? Saibou und andere Flüchtlinge aus der Asylunterkunft haben Angst, zurückzukehren. "Wenn wir gehen müssen, weiß ich nicht, was wir machen sollen", sagt Issahou Saibou.

In seiner Heimat engagierte er sich für eine politische Partei, die in Opposition steht zu dem seit 2005 herrschenden Regime des Faure Gnassingbé bzw. zu dessen verstorbenem Vater, Gnassingbé Eyadéma. Die Tyrannei von Präsidenten und Militärs beruht auf der Verfolgung Andersdenkender, auf Wahlbetrug und unerträglichen Gräueltaten. In Saibous Video wird von Lagern berichtet, in denen Menschen qualvoll zu Tode gefoltert wurden. "Du hast dort keine Chance", sagt Saibou. kb

Schweriner Volkszeitung-Parchim

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