links-lang fetzt!

::Features::

Link: Gegen den Nazi-Aufmarsch am 1. Mai in Neubrandenburg Link: Antirassistische Kampagne Stop it! Rassismus bekämpfen, alle Lager abschaffen Link: Antifaschistisches Infoblatt

::Suche::

Internet
links-lang.de

by Google

NPD versagt in Kommunalpolitik

Gestern stellten Wissenschaftler auf einer Tagung in Rostock eine Studie zur politischen Arbeit der NPD vor.

01.04.2006

Rostock (OZ) Im September sind Landtagswahlen in MV. Da rückt das Thema Rechtsextremismus wieder stärker ins öffentliche Blickfeld. Angst macht sich breit, dass die NPD in den Schweriner Landtag einziehen könnte. Überparteilich werden Bündnisse gegen Rechts geschmiedet, "hysterische Debatten" über die NPD geführt, wie Politikwissenschaftlerin Gudrun Heinrich von der Universität Rostock beobachtet hat.

Die NPD verweist im Wahlkampf selbst gern auf ihre kommunale Kompetenz, die bei näherer Betrachtung nicht vorhanden sei, wie Prof. Hubertus Buchstein von der Greifswalder Universität gestern auf einer Fachtagung in Rostock berichtete. Zehn Mandate hat die NPD bei den Kommunalwahlen 2004 landesweit errungen. Die Abgeordneten sitzen in Kreistagen (Ostvorpommern, Ludwigslust, Müritzkreis), Stadtparlamenten (Anklam, Stralsund) und Gemeindevertretungen.

Ihre Arbeit dort sei eher unspektakulär, hat Buchstein in einer Studie festgestellt. "In Stralsund brachten die beiden Abgeordneten bis vor kurzem nicht einen Antrag ein." In Ostvorpommern seien es acht gewesen - "von insgesamt 220". Inhaltlich ging es um kommunalpolitische Dinge wie Kinderbibliothek oder "Begrüßungsgeld für deutsche Babys". Keine Ausschussarbeit, selten mal eine Rede. "Die NPD-Abgeordneten sind zwar präsent, machen aber nichts", erklärt Buchstein. Den Stralsundern bescheinigt er gar einen "Totalausfall", der nun mit NPD-Amtshilfe aus Anklam aufgehoben werden soll. "Die Aktivität hängt sehr an Einzelpersonen." Generell, so Buchstein, sei die Drei-Säulen-Strategie der Nationaldemokraten - Kampf um Straßen, Köpfe und Parlamente - bislang gescheitert.

Das Problem des Rechtsextremismus' im Land bleibt. 30 Prozent der Menschen in MV (nirgendwo in Deutschland sind es mehr) machen aus ihrer rechten Einstellung kein Geheimnis, wie eine bundesweite Studie belegt. 1998 noch waren es 16 Prozent. Vor allem im ländlichen Raum, dort, wo Menschen sich aufgrund drängender sozialer Probleme vernachlässigt fühlen, orientierungslos sind, gedeihen Fremden- und Menschenfeindlichkeit. "Dabei sind es die Älteren und weniger Gebildeten, die wesentlich mehr Vorurteile haben", informiert Sandra Hüpping von der Uni Bielefeld über Ergebnisse einer Langzeitstudie.

Ihre Untersuchung untermauert auch die These: Je weniger Fremde, desto höher die Fremdenfeindlichkeit. Zudem wird festgestellt, dass die politische Mitte deutlich schrumpft und feindlicher wird. 2002 noch ordneten sich 65 Prozent der Deutschen weder rechts noch links ein, vier Jahre später ist es nur noch gut die Hälfte.

"Rechtsextremismus ist eine soziale Bewegung geworden", verdeutlicht die Rostocker Expertin Gudrun Heinrich. Die Anhänger würden flexibel auf das politische Geschehen reagieren. "Sie besetzen öffentliche Räume, aktuelle Themen, wie gerade das längere gemeinsame Lernen." Längst hätten sie der Gewalt abgeschworen, "insofern sind Präventionsprogramme gegen Gewalt keine Programme gegen Rechtsextremismus mehr", sagt Heinrich.

Sie plädiert für langfristige Prävention - "ein Projekt an der Schule reicht nicht" und vermehrtes Engagement in Wahljahren auch nicht. "Präventionsarbeit muss vor Ort ansetzen", betont Heinrich. Konzepte aus Bayern oder Baden-Württemberg werden in Ostvorpommern wenig taugen. Eigene Projekte sind gefragt und etliche Vorschläge dazu gab es auf der gestrigen Tagung, die gemeinsam von den Stiftungen Heinrich Böll, Konrad Adenauer und Friedrich Ebert sowie von der Universität Rostock organisiert wurde.

Es muss darum gehen, "ein positives Gegenbild zum Rechtsextremismus" zu zeichnen, Demokratie zu stärken, gab Rechts-Expertin Heinrich den Teilnehmern mit auf den Weg. Die schlechte Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt habe gezeigt, dass das Interesse an Demokratie, an eigener Mitwirkung durch Wahl, nachlässt. Hier öffnet sich allen Akteuren in MV ein weites Betätigungsfeld.

DORIS KESSELRING

Ostseezeitung

::Action::

The Toasters + Antispielismus
Konzert
22.05., Peter-Weiss-Haus Rostock

Die alternative Gewerkschaft - Industrial Worker of the World
Infoveranstaltung
24.05., Peter-Weiss-Haus Rostock

alle Termine
alle Presseartikel

::Presse::

22.05.2012 [NK]
"Falsche" Abstimmung der Warener Linken Thema im Landesvorstand / Der politische Fauxpax der Fraktion der Linken in der Warener Stadtvertretung zum Thema Mindestlohn hat sich bereits bis in die Parteispitze nach Schwerin herum gesprochen. Dort schüttelt man darüber nur mit dem Kopf.

21.05.2012 [NK]
Sakrileg der Linken: Votum mit dem Feind / Während der jüngsten Stadtvertretersitzung in Waren hat es einen Tabubruch gegeben: Die Fraktion der Linken stimmte für einen Antrag der rechtsextremistischen Abgeordneten Doris Zutt.

21.05.2012 [OZ]
Migranten empört über Nein zu Turgut-Weg / Die Ablehnung der Straßenumbenennung wird enttäuscht aufgenommen.

21.05.2012 [NK]
Kreis-Gremium will Demo-Antragsflut bei Behörden einen Riegel vorschieben / Im Ordnungsausschuss wird die Verwaltung der Seenplatte aufgefordert, gegen langfristige Anmeldungen vorzugehen.

15.05.2012 [NK]
500 junge Vorpommern erheben ihre Stimmen / Auf den Usedomer Peenewiesen herrschte am Sonnabend ein kreatives Treiben für Demokratie. Rund 500 junge Leute waren gekommen, um unter anderem ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.

15.05.2012 [OZ]
Bürgermeister fordert dazu auf, weiter weltoffen und tolerant zu sein / Stefan Weigler: Die Aufnahme von Asylbewerbern sollte sich an der gelungenen Integration von Spätaussiedlern orientieren.

15.05.2012 [OZ]
Prora zeigt Ausstellung über NS-Lager Sobibor / Eine polnische Wanderausstellung über das NS-Vernichtungslager Sobibor macht erstmals in Deutschland Station

14.05.2012 [OZ]
Grüne finden Schlapphüte doch gut / Der Landesparteitag in Güstrow bekennt sich im Kampf gegen Rechts zu Verfassungsschutz und Schweriner Weg.

alle Presseartikel