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Über Rechtsradikalismus diskutiert

Schüler des Richard-Wossidlo-Gymnasium diskutierten gestern im Sozialkundeunterricht zusammen mit Angelika Gramkow, PDS-Fraktionschefin im Landtag, über das Thema Rechtsradikalismus.

14.03.2006

Ribnitz-Damgarten - Rechstradikalismus und Wahlen waren gestern zwei große Themen für eine elfte Klasse des Richard-Wossidlo-Gymnasiums. Im Rahmen des Sozialkundeunterrichts luden die Schüler Angelika Gramkow, Vorsitzende der PDS-Landtagsfraktion, ein. Die Politikerin kam mit der Intention, zu erfahren, was junge Leute überhaupt über die rechte Szene in unserer Gesellschaft denken. "Ich wollte wissen, wie die Schüler in dieser Region mit dem Thema umgehen."

Schnell befanden sich die Gymnasiasten in einer hitzige Diskussion. Kontroverse Meinungen trafen aufeinander. Aufgeschlossen und ohne Scheu zeigten die Jungs und Mädels, dass Rechtsradikalismus ein Problem unserer Gesellschaft darstellt. Maria Lindner bezog ganz klar Stellung. "In Deutschland gibt es Meinungsfreiheit, daher muss man rechtsradikal Denkende wie alle anderen Gruppen tolerieren, auch wenn man ihre Meinung nicht teilt", ist sie überzeugt. Christoph Strauß legte sofort Widerspruch ein: "Wie soll man eine Meinung tolerieren, die selbst keine andere zulässt", argumentierte er.

Drei zentrale Worte bestimmten das Gespräch mit Angelika Gramkow: Verbieten, Tolerieren und Auseinandersetzen. Tolerieren, sagten die Einen, verbieten die Anderen. In jedem Fall aber setzten sich die Schüler intensiv mit dem Problem auseinander und suchten nach Ursachen und Auswegen. Für Sophie Buch bringe ein Verbot der NPD nichts. "Ganz im Gegenteil", sagte sie. "Das Gedankengut bliebe trotzdem bestehen." Und genau das sei der Punkt. Wie bekomme man den Rechtsradikalismus aus den Köpfen der Menschen? Christoph Strauß hat die Lösung parat: "Aufklärung ist sehr wichtig", ist er überzeugt. Nur so könne man dem Rechtsextremismus entgegentreten. Ein wichtiges Argument für Angelika Gramkow. "Damit erreichen wir, dass rechte Parteien keinen Fuß mehr in der Politik fassen können." Wichtig sei auch, dass in der Familie über nationalsozialistische Auffassungen gesprochen wird. "Bei uns zu Hause ist das auf jeden Fall ein großes Thema", berichtete eine Schülerin.

45 Minuten Gesprächszeit vergingen wie im Fluge, schließlich hatten sich die Schüler gerade erst warm geredet. Zu diskutieren wird es aber auch in Zukunft noch genug geben. Angelika Gramkow verließ begeistert das Geschehen. "Es ist erstaunlich, wie offen die Schüler waren."

KARINA SCHMIDT

Ostseezeitung-Ribnitz-Damgarten

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