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Blinder Alarm in Wackerow

Nun steht es fest: Die vom Wackerower Bürgermeister als Veranstaltung der braunen Szene beschriebene Feier in Groß Petershagen war keine solche.

28.02.2006

Wackerow/Anklam - Blinder Alarm in Wackerow: Die von Bürgermeister Manfred Hering beklagte Veranstaltung der "braunen Szene" Anfang Januar im Gutshaus von Groß Petershagen hat es nie gegeben. "Die Party dort hatte überhaupt keinen rechten Hintergrund", erklärte gestern der Sprecher der Polizeidirektion Anklam, Axel Falkenberg. Er bestätigte damit Schilderungen mehrerer Teilnehmer. Die hatten sich aufgrund von Berichten über das angeblich rechtsextreme Treffen und entsprechende Reaktionen seitens der Gemeinde Wackerow gemeldet und ihr Unverständnis kundgetan. Die Party, erklärten sie, sei eine angemeldete Feier für acht Geburtstagskinder gewesen, die vornehmlich von Studenten und Universitätsangehörigen besucht wurde.

Für Irritationen sorgte allerdings, dass plötzlich Polizisten auftauchten und auch Personalien Anwesender aufnahmen. Axel Falkenberg schilderte gestern, es habe einen Hinweis auf ein Skin-Konzert gegeben, der womöglich mit dem Auftritt zweier Hardcore-Bands zusammenhing. Denen sei man nachgegangen. Entsprechende Befürchtungen hätten sich schnell als unbegründet herausgestellt. Wer den Hinweis gab, wollte Falkenberg nicht sagen. Es habe sich um private Informationen aus Polizeikreisen gehandelt.

Rätselhaft ist der Polizei, wie Wackerows Bürgermeister dazu kam, die Feier öffentlich zur Veranstaltung der "braunen Szene" zu erklären. Die Äußerung hatte zu Überlegungen nicht nur im Gemeinderat Wackerows geführt, die Nutzung gemeindeeigener Räumlichkeiten stärker zu kontrollieren. Aufgeschreckt durch das angebliche Rechtsextremen-Treffen in der Nachbarschaft, hatten in der vergangenen Woche auch die Gemeindevertreter Neuenkirchens über eine Abwehr solcher Veranstaltungen diskutiert. Dagegen spreche auch nichts, meinte Axel Falkenberg. Die bisherigen Erfahrungen der Mobilen Aufklärung Rechtsextremismus besagten alledings, dass die Rechten äußerst selten öffentliche Lokalitäten für ihre Treffen nutzen. Stattdessen sei zu beobachten, dass sie sich in private Räume zurückziehen.

SVEN JESKE

Ostseezeitung-Greifswald

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