Spartenvorsitzender tritt zurück
10.02.2006
Ostseeviertel- Klaus Cornehl, Vorsitzender der Kleingartensparte "Hoffnung" (Wolgaster Straße) legt sein Amt nieder. Er habe die Nase voll, meinte er gestern. "Das Telefon steht nicht mehr still. Meine Frau traut sich nicht mehr aus dem Haus. Ich kann nicht mehr schlafen. Mit welcher Berechtigung?", fragt der Spartenchef, der gleichzeitig Pächter der Vereinsgaststätte "Zur Birke" ist, "nehmen sich Leute heraus, jemand anderen zu nerven? Ich habe lediglich einen Saal für eine Veranstaltung zur Verfügung gestellt", betont er.
Diese war der NPD-Landesparteitag. Dass er in einer Spartengaststätte stattgefunden hat, davon distanzierte sich Montag in einer Pressemitteilung der Vorstand der Greifswalder Kleingartenfreunde und drohte Cornehl mit rechtlicher Prüfung. An ihn zahlt er Pacht. "Die kommen auch nicht und sagen, ich brauche nicht zahlen", meint er. "Deshalb bin ich auf die Einnahmen angewiesen. Ursprünglich", betont der Pächter, hatte fürs Wochenende eine Hochzeitsgesellschaft gebucht. Da sie sich nicht mehr meldete, konnte der Saal kurzfristig vergeben werden", meint Cornehl, der von sich sagt, kein Nazi zu sein. "Aber Deutscher", wie er betont. 1999, erzählt er, habe er die Gaststätte übernommen. Vier Jahre stand sie leer. "Ein Kuhstall war das. Ich habe was draus gemacht, viel Geld reingesteckt. Wo gibt es heute noch solchen Saal", fragt er. Mit 150 bis 200 Plätzen.
"Die Kleingärtner", so der Pächter, "nehmen das Haus aber nicht an." In seiner dreijährigen Tätigkeit als Spartenchef habe er ohnehin wenig Unterstützung gespürt. Vollversammlungen würden nur von 30 Prozent der Mitglieder besucht. Die Sparte "Hoffnung" hat ca. 400 Mitglieder in 202 Gärten.
R.A.
Ostseezeitung-Geifswald
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