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Gadebusch wertet seine Denkmäler auf

Mahnmal in der Bahnhofsstraße erhält neue Inschrift

29.11.2005

Gadebusch - Die Stadt Gadebusch bringt ihre Denkmalanlagen auf Vordermann. In den kommenden Wochen wird das Ehrenmal in der Bahnhofsstraße aufpoliert. Die neue Inschrift wird künftig alle Opfer von Gewaltherrschaften einbeziehen.

Die Inschrift des Denkmals "Ruhm und Ehre Opfer des Faschismus" in der Gadebuscher Bahnhofsstraße wird erweitert. Bereits im Sommer diesen Jahres beantragte die Bürgergemeinschaft Gadebusch (BGG), den Schriftzug wie folgt zu ändern: "Dem Gedenken an die Opfer des Faschismus und aller Gewaltherrschaften". Die Stadtvertretung stimmte der Vorlage zu. Gestern Abend beriet nun der Kultur- und Sozialausschuss der Kommune über die Umsetzung, insbesondere über die Verteilung der Schriftzüge und deren Größe am Denkmal.

Aus Sicht des Vorsitzenden der BGG, Rudolph Pieper, war die Änderung der Inschrift mit dem Ende der DDR längst überfällig. "Unser Anliegen ist es, der Opfer aller Gewaltherrschaften zu gedenken. Darin eingeschlossen die Opfer des Stalinismus und der SED-Diktatur", so Pieper.

Parteiübergreifend stimmten die Fraktionen des Stadtparlamentes der Änderung zu. Damit geht die Gadebuscher Initiative über die von Roman Herzog im Jahr 1996 hinaus. Der damalige Bundespräsident erklärte den 27. Januar zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. "Es war Wunsch und Absicht, mit der neuen Inschrift aller zu gedenken", betonte gestern Pieper im Rückblick auf die jüngere Geschichte in Deutschland.

Bis Ende Januar kommenden Jahres will die Kommune das Denkmal in der Bahnhofsstraße erneuert haben. So zumindest sieht es der Zeitplan von Ordnungsamtschef Jürgen Flotow vor, darin eingeschlossen das Abstrahlen des vergrauten Sandsteins. Am Gedenktag, 27. Januar, ist die feierliche Einweihung mit Kranzniederlegung geplant.

Anlässlich des 60. Jahrestages des Endes des 2. Weltkrieges wurde in diesem Jahr bereits das Denkmal im Stadtwald "Helden der Sowjetarmee" aufgearbeitet. "Es ist unsere Pflicht, alle Denkmäler zu erhalten", so Flotow, speziell mit Blick auf Vereinbarungen zwischen Deutschen und Russen. Denn Zukunft braucht Erinnerung. Vor diesem Hintergrund möchte die Stadt Gadebusch ebenso die Kriegerdenkmäler anlässlich des 1. Weltkrieges pflegen. Unter anderem in Möllin und Am Stadtwald.

Volker Bohlmann

Schweriner Volkszeitung-Gadebusch

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