Zahl der Asylbewerber ist rückläufig
20.10.2005
Uecker-Randow (DO/NI). In Mecklenburg-Vorpommern waren im Dezember 2004 insgesamt 4952 Asylbewerber gemeldet. Das waren 14,4 Prozent oder 835 weniger als im Vorjahr, heißt es in einer Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes. Seit Ende der 90er Jahre, so die Statistiker, sei ein stetiger Rückgang zu verzeichnen. Wie aus dem Landkreis- Uecker-Randow zu erfahren ist, zeichnet sie dieser Trend auch hier ab. Gegenwärtig leben in Uecker-Randow noch 125 Asylbewerber. "Davon sind 60 im einzigen Asylbewerberheim der Region in Pasewalk und 65 in Wohnungen untergebracht", informiert Norma Phal, Fachdienstleiterin für Öffentliche Ordnung und Sicherheit im Landkreis Uecker-Randow. 51 von ihnen haben eine Aufenthaltsgenehmigung und 74 leben mit Duldung hier. Darunter kommen 20 aus dem Irak, 21 aus dem Kosovo, 16 aus der Türkei, 14 aus Armenien, 19 aus der Russischen Fröderation und 4 aus Togo.
Waren es 2001 noch 305 Flüchtlingen, die im Landkreis lebten, so waren es zum Stichtag 31. Dezember 2004 noch 141 Asylbewerber. Bezogen auf je 1000 Einwohner waren das 1,79, informierte das Satistische Landesamt weiter. "Die Anerkennungsquote bei politischen Flüchtlingen liegt etwas bei drei Prozent", sagte Norma Pahl.
Ein großes Dankeschön habe sich in diesem Zusammenhang auch einmal der Ausländerbeirat verdient, der sich um die Integration der Asylbewerber bemühe, findet die Fachdienstleisterin lobende Worte. Auch die DRK-Beratungsstelle für Ausländer, die von Sigrid Jahnke und Kurt Minow geleitet wird, sei eine gut funktionierende Einrichtung, die sich um viele Ausländer-Belange mit kümmert.
Bezogen auf die Einwohnerzahl lebten vergangenes Jahr am wenigsten Asylbewerber in den kreisfreien Städten Rostock (1,77 je 1000 Einwohner) und Schwerin (1,55 je 100 Einwohner) sowie im Kreis Uecker-Randow (1,79). Am meisten waren es in Greifswald und Neubrandenburg mit je etwa 4,3 pro 1000 Einwohner und den Kreisen Güstrow und Müritz mit je rund 4,0 Asylbewerbern je 1000 Einwohner. Im Schnitt waren es im Land 2,88.
Aus Angst vor Krieg, Unterdrückung, Verfolgung und auch aus wirtschaftlicher Not verlassen in der Regel Männer ihre Heimatländer. Sie kommen meist allein ohne ihre Familien. Im Kreis Uecker-Randow fanden im Dezember 2004 99 männliche (70,2 Prozent) und 42 weibliche Asylbewerber Schutz.
Da im vergangenen Jahr weniger Asylbewerber in Mecklenburg-Vorpommern Aufnahme fanden, gingen auch die Ausgaben zurück. Die Bruttoausgaben sanken nach Angaben von Statistiker Hartmut Spickermann um 6,6 Prozent auf 29,4 Millionen Euro. Der größte Teil des Geldes wurde für die Grundleistungen ausgegeben, davon die Hälfte als Sachleistungen. Außerdem mussten die Kosten für Krankenversorgung und besondere Notlagen bezahlt werden. Jeder Einwohner des Landes trug eine Belastung von 17 Euro für diese Aufwendungen. 1999 beispielsweise lebten zum Stichtag 31. Dezember noch mehr als 6700 Asylbewerber im Land. Im Vergleich mit heute war das ein Viertel mehr. Etwa ein Drittel der Asylbewerber, die im vergangenen Jahr hier lebten, stammte aus Europa, wissen die Statistiker. Davon wiederum mehr als 700 aus Serbien und Montenegro. Aus Russland kamen 264 und aus Bosnien-Herzegowina 173 Flüchtlinge. Mehr als 2000 Asylbewerber hatten ihre Heimat in Asien. Weitere 1000 kamen aus Afrika.
Bis Mitte der 70er Jahre waren die Asylbewerber vor allem aus den damaligen kommunistisch regierten Ostblockstaaten geflohen und in der Bundesrepublik größtenteils als Asylanten anerkannt worden. Von 1984 bis 1992 habe es dann nach Auskunft des Bundesinnenministeriums einen so starken Anstieg von Flüchtlingen auch aus anderen Staaten gegeben, dass 1992 mit 440 000 Asylbewerbern ein Höhepunkt erreicht worden war, der zu Spannungen in der Gesellschaft führte. Schon damals aber wurden nur noch 4,25 Prozent der Flüchtlinge als asylberechtigt anerkannt. 1993 einigten sich die großen Parteien auf den Asylkompromiss, nach dem nur noch politisch Verfolgte anerkannt werden, sofern sie auf den Schutz in Deutschland angewiesen sind. Das Resultat: Die Zahl der Asylanträge geht kontinuierlich zurück. Im vergangenen Jahr wurde mit 35 607 Anträgen das Niveau von 1984 erreicht, teilt das Bundesinnenministerium mit. Gegenüber 2003 war das ein Rückgang um fast 30 Prozent. Nur 1,5 Prozent der Anträge wurden anerkannt. 1,8 Prozent der Flüchtlinge wurde Abschiebeschutz gewährt.
Nordkurier-Pasewalk
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