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Weniger Flüchtlinge im Kreis
Rückläufige Zahlen auch in Demmin
15.10.2005
Altentreptow/Demmin (DO/gh). Die Zahl der im Landkreis Demmin lebenden Asylbewerber ging im vergangenen Jahr zurück. Derzeit sind hier 420 Asylbewerber gemeldet, wie Frank Rämisch, Sachgebietsleiter der Kreis-Ausländerbehörde, auf Nachfrage gegenüber dem Nordkurier informierte. "Es werden immer weniger Asylbewerber, allerdings verlängert sich der Zeitraum, den sie in unserem Landkreis verbringen", erklärte Frank Rämisch. Das habe insbesondere damit zu tun, dass die Verfahren sich sehr in die Länge ziehen, da alle Rechtsmittel ausgeschöpft werden. "Schwierig verlaufen sie auch deshalb, weil viele der Asylbewerber über keinen Heimatpass verfügen";, sagte Rämisch. Der Landkreis übernehme aber auch Asylbewerber aus anderen Landkreisen, wenn dort die Heime voll sind. Im Landkreis Demmin werden sie in Malchin und Jürgenstorf untergebracht. Es gibt inzwischen aber auch schon dezentrale Unterkünfte, das heißt, dass insbesondere Familien schon in Wohnungen leben.
"Das hat sich inzwischen gut bewährt", betonte der Sachgebietsleiter der Ausländerbehörde.
Im gesamten Kreis Demmin kommen aktuell etwa drei Asylbewerber auf je 1000 Einwohner, heißt es in einer Aufstellung des Statistischen Landesamtes. Landes- wie auch bundesweit geht die Zahl der Flüchtlinge seit Jahren zurück.
Als Konsequenz verringerten sich die Ausgaben für die Asylbewerber, wie das Statistische Landesamt bekannt gab. Die Bruttoausgaben sanken im Land Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben von Statistiker Hartmut Spickermann um 6,6 Prozent auf 29,4 Millionen Euro. Der größte Teil des Geldes wurde für die Grundleistungen ausgegeben, davon die Hälfte als Sachleistungen. Hinzukommen Kosten für Krankenversorgung und besondere Notlagen.
Jeder Einwohner des Landes trug eine Belastung von 17 Euro für diese Aufwendungen.
Asylbewerber sind Menschen, die aus Angst vor Krieg, Unterdrückung und Verfolgung und auch aus wirtschaftlicher Not ihr Land verlassen. In der Regel sind es Männer, sie kommen allein, ohne ihre Familien. Im Landkreis Demmin fanden laut Statistik im Dezember des vergangenen Jahres 190 männliche (67,9 Prozent) und 90 weibliche Asylbewerber Schutz. Sie kamen zum Beispiel aus Serbien, Montenegro, Russland und Bosnien-Herzegowina, aber auch aus Afrika.
In Mecklenburg-Vorpommern waren im Dezember 2004 insgesamt 4952 Flüchtlinge gemeldet.
Nordkurier-Demmin
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