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Projekt "Solo für Menschlichkeit" kontra Rechsextremismus
28.09.2005
Wolgast "Solo für Menschlichkeit" ist der Name eines neuen Projektes, das Julia Kühne seit einigen Wochen in Wolgast betreut. Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren können sich dabei mit dem Thema "Faschismus und Nationalsozialismus" auseinander setzen. So wird Gerüchten auf die Schliche gekommen.
Zum Beispiel, dass es nicht nur rechte, sondern auch linke Skinheads gibt. In dem Kurs sollen themenbezogene Begriffe geklärt werden: Was ist Faschismus, Rechtsextremismus, Nationalsozialismus? Dafür organisiert Julia am 1. Oktober einen Ausflug nach Peenemünde in das Historisch-Technische Informationszentrum. Ein "Solo für Menschlichkeit"-Kurs läuft montags jeweils von 14.15 Uhr bis 15.45 Uhr. Für diesen gibt es bisher zu wenig Interessenten. Laura-Ann Schröder erklärt das Problem damit, dass zu wenig Werbung gemacht wurde: "Eigentlich sollten uns Plakate zum Aufhängen geschickt werden, aber es kamen keine." So hat die Gruppe nur notdürftig eigenes Material in den Schulen ausgehangen.
Wie Laura-Ann zu dem Projekt gestoßen ist? "Auf dem Schulhof wurden ich und meine Freunde von Sechstklässlern als Nazis beschimpft." Deswegen hat sie sich für eine Aufklärung eingesetzt. "Die Kleinen haben solche Begriffe irgendwo aufgeschnappt ohne zu wissen, was sie bedeuten," erzählt die Schülerin. Deswegen haben Laura-Ann und ihre Freunde einen Vortrag in den Klassen gehalten. Anschließend hat die Schulpädagogin Julia Kühne die 16-Jährige auf das Projekt angesprochen. "Interesse hatte ich sofort." Nun ist Laura-Ann seit einem Monat in der Gruppe. Mit ihr sind auch die 13-jährigen Anette Fensch und Nicole Schrot im Kurs am Montag. Die Beiden gehen in die achte Klasse, um den Zweiten Weltkrieg ging es im Geschichtsunterricht bis jetzt noch nicht. "Gerade deswegen interessiere ich mich für das Projekt," meint Nicole und Anette stimmt ihr zu.
Letzte Woche ist Stephan Buchholz neu zu der Gruppe hinzugestoßen. Der Karlshagener Schüler wurde von Julia Kühne angesprochen und möchte "gucken, wie es so ist." Erfahrungen hat der 15-Jährige schon gesammelt. Er war an einem Projekt über das Kriegsende in der Region beteiligt. Die Jungs und Mädchen haben dazu Zeitzeugen befragt. In einer Ausstellung in Peenemünde haben die Jugendlichen dann Text- und Zeittafeln sowie Videos der Gespräche gezeigt.
Ein weiterer Kurs läuft am Donnerstag von 14.30 Uhr bis 16 Uhr. Dieser ist mit neun Teilnehmern eigentlich voll. "Aber, wenn ein Schüler mit Interesse nur donnerstags kann, darf er auch zur Truppe dazukommen." Also kommt einfach zu den Terminen vorbei.
M. HARDER
Ostseezeitung-Usedom
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