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Tumulte nach friedlichem Beginn

Großeinsatz bei Demonstration vor dem Horster Lager mit 250 angereisten Demonstranten

26.09.2005

Horst - Der Parkplatz vor dem Horster Lager für Asylbewerber und Flüchtlinge ist gestern Schauplatz von Protesten, aber auch von zum Teil heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Demonstranten gewesen.

Geplant und angekündigt war ab 10 Uhr eine Demonstration des Netzwerkes "NoLager" vor dem stark gesicherten Horster Lager. Doch viele der insgesamt 250 Demonstranten, die mit Bussen von weither angereist waren, kamen erst mit erheblicher Verspätung an. Dafür wurde ab 11 Uhr umso heftiger protestiert, schließlich soll Horst z. B. in Zukunft als Lager für Hamburg zugedachte Asylbewerber dienen. Dagegen richteten sich die Proteste, die zunächst auch friedlich verliefen. Und selbst als eine Gruppe offenbar gut vorbereiteter und straff organisierter Schwarzafrikaner rhythmisch am schweren Zufahrtstor rüttelte, wurde nicht eingegriffen. Erst als das massive Tor zu wanken drohte, schritten die Beamten schnell und energisch ein, schnell beruhigten sich die Gemüter. Doch diese Stimmung hielt nicht lange. Aus einem banalen Zwischenfall, ein Polizist war mit Videokamera vor den Demonstranten unterwegs, entwickelten sich rasch Tumult und Gewalt. Die Polizei schritt mit Spezialkräften rasch und entschlossen ein und brachte zwei Personen in Gewahrsam. Die Stimmung kochte schnell hoch, überall gab es Gekreische, wurden Beamte beschimpft, beklagten die Organisatoren die angebliche Brutalität der Polizei. Doch die hielt sich unter der Führung von Einsatzleiter Günter Bürckner, neuer Revierleiter in Ludwigslust, nach jeder Eskalation bemerkenswert zurück, ohne jedoch vom Schutz des Objektes abzurücken.

Die Flüchtlinge aus dem Lager, die Bewegungsfreiheit hatten, verfolgten das stundenlange Spektakel an der überaus einsam gelegenen Einfahrt zum Lager mit einer Mischung aus Desinteresse und Sympathie. Nach erbittertem Streit über die Festgenommen einigte man sich schließlich auf Abbruch und Weiterzug nach Schwerin. Dort waren weitere Proteste der angereisten Demonstranten geplant und angekündigt.

Einsatzleiter Günter Bürckner gab in einem ersten Gespräch zu, dass eine Auflösung der Demonstration zumindest teilweise im Raum gestanden hatte. Schließlich sei es gelungen, das Horster Lager zu sichern und dennoch die Demonstration zu ermöglichen.

Die Polizei war vor den erfahrenen Demonstranten gewarnt worden und hatte sich entsprechend vorbereitet. Allein im Bereich des Horster Lagers waren 130 Beamte aufgeboten, unter ihnen viele der Bereitschaftspolizei. Am Ende ging das Anliegen der Protestierenden im offenkundig provozierten Chaos deutlich unter. Mayk Pohle

Schweriner Volkszeitung-Hagenow

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