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Immer weniger Migranten
24.08.2005
Zum Jahresende werden Heime geschlossen oder zusammengelegt
Zwischen den Rostocker Unterkünften für Asylbewerber, Spätaussiedler und Emigranten wird es Ende des Jahres regen Umzugsverkehr geben. Einige Einrichtungen werden geschlossen, andere zusammengelegt. Dr. Wolfgang Richter, Ausländerbeauftragter der Hansestadt, erklärt: "Die Grundvoraussetzungen haben sich in den letzten Jahren vollkommen verändert."
Von Katja Bülow
Kamen 1992 noch gut 438 000 Asylbewerber nach Deutschland, so sind es heute gerade noch 38 000. "Das macht sich natürlich bis runter in die Kommunen bemerkbar", so Richter. Das Land Mecklenburg-Vorpommern übernehme nach dem aktuellen Schlüssel 2,1 Prozent der Asylbewerber, von denen wiederum Rostock 12,6 Prozent bekommt. Fazit: In der Unterkunft Elisabethwiese beispielsweise stehen etliche Zimmer leer. Am 31. Dezember sollen die 69 Bewohner darum in die mit 193 Menschen ebenfalls bei weitem nicht ausgelastete Satower Straße umziehen. Eine Entscheidung, die von den Betroffenen eher zähneknirschend hingenommen wird. "Zum einen liegt das daran, dass die Elisabethwiese etwas zentraler gelegen ist, zum anderen mögen sie die familiäre Atmosphäre hier." So erklärt Sven Meister, der die Asylbewerber aus Montenegro, Kosovo, Aserbaidschan, Irak, Togo, der Türkei, Tschetschenien und dem Libanon betreut.
Doch der Umzug ist beschlossene Sache. Jüdische Emigranten und Spätaussiedler sollen die frei werdenden Räume beziehen. Geschlossen werden dafür die Übergangswohnheime für jüdische Emigranten im Gerüstbauerring sowie an der Ecke Strandstraße/Grubenstraße. Und auch die Quartiere in Lübecker Straße und Hansastraße, wo bisher Spätaussiedler untergebracht waren, werden aufgelöst. Was bleibt, ist das Wohnheim in der Danziger Straße. Angesichts von immer wieder auftauchenden Gerüchten, das Ärztehaus Lütten Klein werde ebenfalls zur Unterkunft für Spätaussiedler umgewandelt, betont Rostocks Ausländerbeauftragter Dr. Wolfgang Richter: "Das ist absoluter Unsinn." Angsichts der zurückgehenden Migrantenzahlen in Rostock würden zusätzliche Kapazitäten ganz sicher nicht gebraucht.
Alles in allem, so zeigt ein Blick in die Statistik, leben in der Stadt heute 186 Asylbewerber, deren Verfahren noch nicht abgeschlossen sind, sowie weitere 223, die geduldet werden, weil ihre Ausreise noch nicht möglich ist. Während die Umzugswagen für den 31. Dezember schon so gut wie bestellt sind, läuft derzeit die Ausschreibung für die künftige Trägerschaft der Heime.
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