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Jugendliche laden zu Gazpacho
16.08.2005
Von Jana Otto
Ivenack. Erst hatte ich Angst, dass wir zu viel Essen hätten, nun hoffe ich, dass es reichen wird, sagte Julien Drouart zur Begrüßung. Damit, dass doch so viele Ivenacker der Einladung zu einem internationalen Abend folgen, hatten der junge Mann und seine Mitstreiter nicht gerechnet. Viel Mühe haben sich die Teilnehmer eines Camps des Internationalen Jugendgemeinschaftsdienstes gegeben, um in der Traditionshalle eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Junge Leute aus Frankreich, der Türkei, Deutschland, Russland, Serbien, Spanien und der Slowakei gehören zum Camp, das derzeit in Ivenack stattfindet (der Nordkurier berichtete). Sie arbeiten dort im Tiergehege.
Einen Austausch unter den verschiedenen Kulturen praktizieren die Jugendlichen jeden Tag. Doch auch mit den Ivenackern wollten sie in Kontakt treten, sich vorstellen und in gemütlicher Runde miteinander ins Gespräch kommen. Deshalb entschloss sich das Camp, die Einheimischen zu einem internationalen Abend einzuladen. Das taten sie persönlich, was für die Teilnehmer, die unterschiedliche Muttersprachen haben, eine echte Herausforderung darstellte und sie nach Angaben ihrer Teamleiter Überwindung kostete.
"Wir haben uns in vier Gruppen aufgeteilt und darauf geachtet, dass immer einer deutsch konnte", erzählt Ruth Zimmermann, eine Teamerin der Jugendgruppe. Auf die Idee, dass ihre Einladung vielleicht nicht mit offenen Armen entgegen genommen wird, kamen die Teilnehmer erst gar nicht und waren umso überraschter, als sie teilweise sehr unfreundliche Bekanntschaften machten. "Manche Teilnehmer erzählten, dass sie angebrüllt wurden, als sie klingelten, anderen wurde gar nicht erst geöffnet oder die Tür direkt wieder vor der Nase zugeschlagen, ohne dass sie etwas erklären konnten", beschreibt Ruth Zimmermann die Erlebnisse der Truppe. Es sei gar nicht so einfach gewesen, die Gruppe dann noch zu motivieren, den geplanten Abend doch durchzuführen. Natürlich seien ihnen nicht alle Einheimischen so misstrauisch gegenüber getreten. Viele hörten sich das Anliegen der Jugendlichen an und sagten ihr Kommen zu. Und die jungen Leute hielten an ihrem Vorhaben fest, obwohl ihr Budget knapp bemessen ist. Zu einem gemütlichen Beisammensein, da waren sich alle Nationen einig, gehört neben ausreichend Getränken auch ein zünftiges Büfett. Jeder Teilnehmer kochte ein landestypisches Gericht. So gab es unter anderem spanisches Gazpacho, französisches Croque-Monsieur und koreanisches Kim bab. Ein wenig Angst hatten die jungen Leute, dass nur wenig Ivenacker ihrer Einladung folgen, doch die Einheimischen ließen sie nicht im Stich und steuerten sogar etwas zum Büfett bei.
"Ich sehe sie immer, wenn sie mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren", so Gisela Clausnitzer, eine von 50 Dorfbewohnern, die der Einladung folgten. Sie fand es schön, dass die Gäste den Kontakt regelrecht suchten und war gespannt auf den Abend, der sich dann auch als voller Erfolg herausstellte. "Letztendlich ist alles gut gelaufen, es war ein sehr schöner Abend", resümierte Ruth Zimmermann.
Nordkurier-Malchin
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