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Gnoien will mit Moderatoren Front gegen Gewalt machen

21.06.2005

Von Eberhard Rogmann

Gnoien. Es ist an der Zeit etwas zu unternehmen gegen rechte Tendenzen. Darin sind die Stadtvertreter Gnoiens sich einig. Doch in welcher Weise das geschehen soll, darüber gehen die Meinungen sehr auseinander. Anlass für eine Debatte über dieses Thema war der Vorschlag des Bürgermeisters Hans-Georg Schörner, die Stadt möge sich an dem Projekt "Netze für Demokratie und Toleranz" beteiligen.

Dessen Kernstück ist die Benennung zweier so genannter Bürgermoderatoren, die als Ansprechpartner für jedermann zur Verfügung stehen, Projekte begleiten und koordinieren und Kompetenz in der Auseinandersetzung mit rechten Strömungen vermitteln. Dabei solle es sich um ehrenamtlich tätige Einwohner handeln. Bereitgestellt werden müssten allein die Sachkosten für deren Arbeit und Qualifizierung, erläutert Schörner.

Woher denn die 1000 Euro genommen werden, will Wolfgang Reinhardt (CDU) wissen. Überall werde gekürzt, was auch der Sportverein spüre. Sein Fraktionskollege Ralf-Reiner Gutzke hegt ebenfalls Bedenken. "Workshops sind modern. Meistens schwatzt man da ganz nett, aber oft kommt nicht viel dabei heraus", berichtet er aus seiner Erfahrung in puncto Lokaler Agenda 21.

Gerd Tschiesche (SPD) nimmt Anstoß daran, dass sich das Projekt explizit gegen rechte Gewalt wendet. "Gewalt von links ist ebenso verwerflich. Wenn wir da mitmachen, sollte es programmatisch gegen jegliche Form von Gewalt gehen", wendet er ein. Und Gewalttätigkeit beginne nicht erst mit einem politischen Hintergrund, greift Jutta Tschiesche aus der CDU den Gedanken auf. Sie verweist auf alltägliche Erfahrungen an der Schule, wenn beispielsweise Kindern unter Androhung von Prügel Geld abgenommen werde. Hier müsse das Problem an der Wurzel gepackt werden, appelliert die Christdemokratin.

Arne Schmiedeberg (SPD) anerkennt diese Argumente, doch sieht er darin keinen Grund, der gegen das Netzwerk-Projekt spricht: "Wir können uns nicht aus der Verantwortung stehlen. Die Rattenfänger sind unterwegs und die Möglichkeiten, an gefährdete Jugendliche zu kommen, sehr begrenzt." Er sieht in dem Projekt die Chance, dagegen Initiative zu entwickeln, deren Ziele vor Ort zu definieren seien. Dem folgte die Stadtvertretung letztlich und beschloss die Beteiligung. Was die Kosten betrifft, so einigte man sich dem Vorschlag Schörners folgend, sollen die Landgemeinden für eine Kofinanzierung gewonnen werden, da junge Leute dieser Orte gleichermaßen involviert seien.

Nordkurier-Malchin

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