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Polizei vernimmt erste Tatverdächtige
03.03.2005
Überfall auf Jugendtreff - Zuversicht bei Aufklärung
Kritzkow - Die Meinungen gehen weit auseinander. Die einen sehen den Überfall als "Schlägerei" verharmlost, die anderen die ganze Sache "aufgebauscht". Tatsache ist, dass die Polizei wegen Landfriedensbruchs ermittelt.
Alles muss am Freitagabend ziemlich schnell gegangen sein. Gegen 22 Uhr (SVZ berichtete) seien rund 15 Jugendliche und junge Erwachsene in den Kritzkower Jugendtreff gestürmt. Sie trugen Bomberjacken, waren maskiert. "Sie wollten nicht erkannt werden", schlussfolgert Volker Werner. "Es war nicht nur ein Streit, sondern eine handgreifliche Auseinandersetzung, bei der neun Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren aus Kritzkow und Umgebung geschädigt wurden", berichtet der Sprecher der Polizeidirektion (PD) Rostock weiter. Bei den Verletzungen handle es sich hauptsächlich um Prellungen. Die Angreifer hätten keine Gegenstände mitgebracht, sondern mit den Fäusten zugeschlagen und mit den Füßen getreten. Die Täter, so Werner, rechne man durchaus dem rechten Spektrum zu. Rivalisierende Gruppen würden eine Rolle spielen. Deshalb sei Anzeige wegen Landfriedensbruchs erstattet worden. Es ermittelt das Fachkommissariat "Polizeilicher Staatsschutz" der Kriminalpolizei-Inspektion in Rostock. "Wir haben erste Tatverdächtige namentlich benannt. Die werden jetzt befragt", so der PD-Sprecher. Jetzt müsse haarklein herausgefunden werden, wer was getan hat. "Wir sind optimistisch die Straftat aufklären zu können", resümiert Werner.
Jugendtreff nicht schließen, sondern besser machen
Petra Schack, die sich zusammen mit Frank Voß um den Jugendtreff kümmert, hofft genau darauf. Sie vermutet, dass sich zwischen den Jugendlichen etwas hochgeschaukelt hat. Es gebe durchaus zwei Gruppen, die einen würde sie dem rechten Spektrum zurechnen, die anderen der Hip-Hop-Szene. Sie haben ihre eigenen Räume. Hier habe es in letzter Zeit ein paar Streitigkeiten gegeben. Der Überfall habe aber auch Unbeteiligte getroffen.
Wenn im Dorf eine Schließung des Treffs erwartet wird, möchte Petra Schack, die vier Jahre lang vom Arbeitsamt gefördert den Jugendklub leitete und jetzt hin und wieder nach dem Rechten schaut, diese Meinung nicht teilen. Die jungen Leute treffen sich in den Nebenräumen der ehemaligen Schulküche. Sie selbst hätten die Schlüsselgewalt. Offizielle Öffnungszeiten gebe es nicht. "Aber ihnen diesen Treff wegzunehmen, ist keine Lösung", meint die Mutter und Gemeindevertreterin. Man müsse etwas gegen die Gruppenbildung tun. Die Arbeit verbessern und nicht aufgeben, will auch Bürgermeister Hans-Jürgen Mank. "Den Treff zu schließen, ist einfach, aber dann sitzen die Jugendlichen wieder auf der Straße", möchte Mank sich nicht aus der Verantwortung für die jungen Menschen in der Gemeinde stehlen.
Er hält alles das, was jetzt zum Überfall im Dorf die Runde macht, für "weit übertrieben". Mank hofft, dass man mit der Unterstützung, die ihm als Bürgermeister zur Seite stehe, ein bisschen mehr Ordnung und Ziel in die Sache bringen könnte. Corinna Lingsminat (24) hat seit Januar einen Ein-Euro-Job und soll sich 20 Stunden in der Woche um Jugendliche, Sportgruppen und Senioren in der Gemeinde kümmern.
Regina Mai
Schweriner Volkszeitung-Güstrow
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