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Alltag im Ghetto aufgezeichnet
09.02.2005
Samuel-Haus zeigt Skizzen von Arnold Daghani
Auch in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten gab es so etwas wie Alltag. Und der Künstler Arnold Daghani hat ihn aufgezeichnet.
"Verfolgt - Gezeichnet", so heißt die Wanderausstellung, die am 16. Februar um 17 Uhr im Max-Samuel-Haus eröffnet wird. Seit 1997 widmete die Einrichtung Künstlern aus der Bukowina bereits eine Reihe von Expositionen. Zu sehen waren Werke von Czernowitz, Rose Ausländer oder Paul Celan. Der 1909 in dieser damals zu Österreich-Ungarn gehörenden Landschaft geborene Arnold Daghani wuchs im stark antisemitisch beeinflussten Rumänien auf. Doch er wurde auch geprägt von dem Kulturland, in dem jüdische, deutsche sowie slawische Sprachen, Lebensweisen und Religionen miteinander umzugehen gelernt hatten. 1942 wurde der Künstler ins ukrainische Ghetto Mikhailowka deportiert.
Nach einem Jahr gelang die Flucht aus dem Lager
Sein Glück: Schon ein Jahr später gelang ihm die Flucht. Er emigrierte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Israel, lebte dann an der Cote d'Azur und von 1970 bis 1977 in Jona am Zürichsee. 1985 starb der Mann in England.
"Verfolgt - Gezeichnet"? Daghanis Werkzyklus und das in Mikhailowka entstandene Tagebuch sind erhalten geblieben. Sie werden heute vom Center for German-Jewisch Studies der University of Sussex wissenschaftlich betreut. Wer sich selber ein Bild vom Lagerleben machen möchte, kann seit einiger Zeit unter dem Titel "Lasst mich leben..." die Druckfassung seiner Tagebücher bekommen. Und seit Sommer vergangenen Jahres ist das zeichnerische Werk Daghanis außerdem in der Villa Meier Severini zu Hause - einer Fabrikantenvilla in Zollikorn am Zürichchsee.
Von dort geht die Ausstellung jetzt erstmals auf Tour ins Ausland. Das Rostocker Max-Samuel-Haus am Schillerplatz 10 ist die erste Station. Dort sind die Aufzeichnungen aus dem Alltag im Vernichtungslager bis zum 10. Mai montags bis donnerstags zwischen 10 und 16 Uhr zu sehen. Danach zieht die Exposition weiter nach Düsseldorf.
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