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Prora soll Ort der Auseinandersetzung bleiben
12.01.2005
Malchin/Prora - Die Proteste gegen den Verkauf von Block III an die Inselbogen GmbH nehmen wieder zu: Der Landesvorstand des Verbandes ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener, Bund der Antifaschisten Mecklenburg-Vorpommern e.V. fordert nun von den bevorstehenden Beratungen im Haushaltsausschuss des Bundestages zum Verkauf des Blocks III: "Prora muss als authentischer Ort der Auseinandersetzung mit dem deutschen Faschismus erhalten bleiben", erklärte Landesvorsitzender Gertrud Howe nach der Sitzung des Landesvorstandes in Malchin am Montag.
Deshalb solle der Bundestag keinem Verkauf zustimmen, der diese Art der Auseinandersetzung in Zukunft einschränke oder verhindere. Das erklärte der Verband nun in einer entsprechenden Pressemitteilung. "Bei einem Besuch der Dauerausstellung 'MACHTurlaub' konnten wir uns davon überzeugen, dass diese Ausstellung ein wertvoller Beitrag zur Aufarbeitung der Sozialgeschichte des deutschen Faschismus ist. Diese Forschungsarbeit darf rein kommerziellen Überlegungen nicht zum Opfer fallen", so Howe weiter. Im 60. Jahr nach Ende des 2. Weltkrieges wäre eine solche Entscheidung nicht nachvollziehbar.
Der Verband vereint Bürger, die in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland ausgebürgert, unterdrückt, verfolgt, ausgegrenzt und eingekerkert wurden. Er ist nach eigener Darstellung offen für alle, die antifaschistische Werte bewahren und erneuern wollen und auf dem Boden des Grundgesetzes wirken.
Mit dem Verkauf der Museumsmeile sei auch die Zukunft der Sammlung Vogel bedroht, informiert der Kunstverein Rügen in einer Pressemitteilung. Sollte die Inselbogen GmbH den Block erwerben, würden Museen und Kultureinrichtungen deren Mieter sein. Alle befürchten, dass der neue Eigentümer mit Gewinn vermieten wolle - was im Umkehrschluss die Mieten in die Höhe treibe. Das Fazit der jetzigen Mieter: damit wird keine der dort ansässigen Kultureinrichtungen noch arbeiten können. Höhere Mieten würde auch das Ende der Sammlung Vogel C. & C. bedeuten. Die Sammlung genießt internationales Renommee und besteht aus Grafiken bedeutender Künstler. Sie stellt einen Kunstschatz für die Insel dar und ist ein wertvolles Pfand im Wettbewerb um die Gunst kulturinteressierter Gäste, schätzt der Kunstverein den Grad der Bedrohung ein.
Ostseezeitung-Rügen
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