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Guido Nowak wurde bei den Krawallen verletzt
22.08.2012
von Marlies Tautz
Drei der Krawalltage von Rostock-Lichtenhagen hat Guido Nowak aus erster Reihe erlebt - als Streifenpolizist. Als am 22. August die ersten Steine fliegen, steht er in kurzärmeliger Sommeruniform am Sonnenblumenhaus. Mit dem Rücken zur Wand.
Angesichts der Lage in Lichtenhagen waren Rostocks Polizisten damals schon seit Längerem angewiesen, zu Einsätzen bei den Asylbewerbern mit allen verfügbaren Streifenwagen anzurücken. "Uns war klar, dass etwas passieren würde", sagt er. "Wir haben nicht verstanden, dass sich nichts rührte." Am zweiten Abend kommen Guido Nowak und seine Kollegen mit Verstärkung wieder und mit Schutzschildern, "Trabanttüren, mehr war das nicht". Er spricht von Bürgerkrieg. "Es war erschütternd: Die Randalierer haben uns angegriffen, und dann gingen die Zuschauerreihen auf und die Gewalttäter konnten verschwinden."
Zwei Jahre, bis die Verletzungen als Dienstunfall anerkannt werden
In der dritten Nacht soll Guido Nowak auswärtige Polizeikräfte von Lütten Klein zum Bahnhof Lichtenhagen lotsen. Er wird von Steinen getroffen und stürzt ins Gleisbett. Am nächsten Morgen geht er zum Arzt. Zwölf Wochen wird er krankgeschrieben. Zwei Jahre dauert es, bis seine Verletzungen als Dienstunfall anerkannt werden. Ende der 1990er-Jahre kann er sich bei einer Kur mit dem Erlebten auseinandersetzen, mit dem Gefühl, verheizt worden zu sein. "Reden hilft" hat er erfahren. Guido Nowak ist den Verdacht, dass der Politik das Drama von Lichtenhagen ganz gelegen kam, nie ganz losgeworden. "Obwohl sicher keiner wollte, dass es sich so ausweitet."
1995 wechselte der Polizist zur Polizeipuppenbühne. Eine neue Aufgabe. Ein neuer Sinn.
Nordkurier
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