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NPD nimmt nun auch Galander ins Visier

Vor ihrem großen Fest im Schweinestall verlieren die Neo-Nazis ihre Nerven. Nachdem sie in Pasewalk den Bürgermeister mundtot machen wollten, versuchten sie nun auch gegen den Anklamer Rathauschef vorzugehen. Zudem rissen sie Anti-Nazi-Plakate ab und hängten dafür eigene auf.

10.08.2012

Anklam/Viereck (rm/jfk) Mit einem derart starken Gegenwind auf ihre Schweinestall-Feier haben die Nazis offenbar nicht gerechnet. Denn auf den Protest reagieren sie zunehmend gereizt: denn nicht nur den Pasewalker Bürgermeister Rainer Dambach wollten die Rechten einen Maulkorb verpassen, nun versuchen sie, den Anklamer Rathaus-Chef Michael Galander an die Kandarre zu legen.

"Am Donnerstag wollte die NPD über ein Hamburger Rechtsanwaltsbüro mich zu einer Erklärung verdonnern lassen, warum die Mitfahrt in den Bussen am Sonnabend von Anklam nach Pasewalk zur Protestveranstaltung kostenlos ist", erklärte der Anklamer Bürgermeister. Galander allerdings betonte, dass die Mitfahrt nicht kostenlos sei.

Plakate gestohlen, abgehängt oder beschädigt

Anderslautende Informationen wären einem Missverständnis geschuldet. Doch das befriedigte die Rechten offenbar nicht. Am Freitag stellten sie einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht, mit der der Kommune untersagt wird, die Busfahrt der protestierenden Anklamer nach Viereck zu finanzieren. Doch auch das konnte Galander blocken: "Wir wären ja mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir die Busse aus der Stadtkasse bezahlen würden."

Gar "handgreiflich" wurden Nazis gegenüber aufgehängten Plakaten des Bündnisses gegen das Pressefest des NPD-Zentralorgans "Deutsche Stimme". In der Pasewalker Region wurden sie teilweise gestohlen, abgehängt oder beschädigt. Zum Teil wurden sie durch Plakate der rechten Szene ersetzt. Deren Aussage lautet: "Ein Ort für Neonazis" und "National befreite Zone".

Zwei Männer wurden von der Polizei aufgegriffen

Die Polizei hat sich auf das bevorstehende Treffen der Rechtsextremen in der Region eingestellt. Als die Plakate mit der Neonazi-Werbung in der Nacht zu Freitag auftauchten und die anderen abgehängt wurden, konnten die Beamten bei einer Fahndung gegen 1.20 Uhr bei Viereck zwei Männer im Alter von 24 und 37 Jahren feststellen, die im Verdacht stehen, 44 Plakate des Bündnisses und der CDU an einer zwei Kilometer langen Strecke zwischen Viereck und Pasewalk abgehängt zu haben. Das ist die Strecke, die die Besucher des rechten Pressefestes nutzen werden. Die ermittelten Männer aus Stralsund und Rothenklempenow bestritten eine Tatbeteiligung, so die Polizei.

Der stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU-Vorpommern-Greifswald Andreas Texter bekräftigte am Freitag ausdrücklich, dass die CDU ohne Abstriche beim Aktionsbündnis gegen den Rechtsextremismus mitmache. "Wir als CDU im Landkreis beteiligen uns im zivilgesellschaftlichen Aktionsbündnis der Region und zeigen entschlossen Flagge gegen Rechtsextremismus. Das haben wir durch unsere Plakataktion am Donnerstag unterstrichen. Das undemokratische Handeln Unbekannter in der Nacht zum Freitag verurteilen wir. Der Polizei ist es zu verdanken, dass die mutmaßlichen Täter ertappt werden konnten", so Texter. Er kündigte an, die Plakate erneut aufzuhängen.

Mit dem Abkratzen von rechten Aufklebern war Gerd Walther (Die Linke) am Freitag in Ueckermünde beschäftigt. Beim Gymnasium sind etwa 50 Nazi-Aufkleber mit besagtem Schriftzug "Ein Ort für Neonazis" und "National befreite Zone" geklebt worden - analog zu den Protestplakaten des Aktionsbündnisses gestaltet. In wenigen Minuten waren sie jedoch wieder verschwunden, denn es bleibt dabei: " Vorpommern ist kein Ort für Neonazis."

Nordkurier-Anklam

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