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Attacke von Berliner Hells Angels verhindert
Kontrollen an allen Neubrandenburger Stadtausfahrten, Polizeifahrzeuge überall in der Stadt - die Ordnungshüter haben am Donnerstagabend große Präsenz gezeigt. Ziel war es, einen Rockerkrieg zu verhindern.
10.08.2012
Neubrandenburg (ab/frz/dpa) Nach normaler Verkehrskontrolle sah es nicht aus, was viele Autofahrer an allen Ein- und Ausfahrten des Stadtgebietes am Donnerstagabend passierten. Große Polizeiaufgebote und im gesamten Innenstadtbereich sowie auf dem Ring jede Menge Streifenwagen.
Auf der Facebook-Seite des Nordkuriers berichten Nutzer von "geschätzten 70 Polizisten in kompletter Kampfuniform" in der Innenstadt und besonders vielen Einsatzkräften im Bereich Sponholzer Straße - in der Warliner Straße haben die Neubrandenburger Bandidos ihr Clubhaus. Nach Polizeiangaben waren am Abend Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern und Unterstützern des Hells Angels Motorradclubs (MC) Berlin sowie Mitgliedern und Aussteigern des Bandidos MC Neubrandenburg geplant.
Auseinandersetzung war in sozialen Netzwerken angekündigt worden
Beim Großeinsatz wurden die Kräfte des Polizeipräsidiums Neubrandenburg vom Spezialeinsatzkommando des Landeskriminalamtes (LKA) unterstützt. Mitglieder der Rocker-Banden oder Leute, die der Szene zuzuordnen sind, gingen der Polizei bei den Kontrollen nicht ins Netz, sagte Andreas Scholz, Sprecher des Präsidiums. Es gebe Hinweise darauf, dass die Bandidos und Hells Angels ihr Vorhaben aufgrund der massiven Polizeipräsenz aufgegeben haben.
Die geplante Auseinandersetzung war nach Angaben der Polizei in sozialen Netzwerken angekündigt worden. Außerdem gab es Informationen von Polizeibehörden anderer Bundesländer - insbesondere aus Berlin, so Scholz.
Die Polizei will auch in Zukunft konsequent eingreifen
Während Nutzer der Nordkurier-Facebookseite geteilter Meinung sind, ob der Polizeieinsatz übertrieben oder zur Vermeidung einer Eskalation angemessen war, lässt die Polizei keine Zweifel, dass sie an ihrer Strategie festhält. Die Polizei werde auch in Zukunft bei vergleichbaren Anlässen konsequent eingreifen, um gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Rockergruppierungen zu verhindern, heißt es in einer Erklärung.
Von den Neubrandenburger Bandidos gab es am Freitag keine Stellungnahme zum Einsatz. Kenner der Rockerszene können sich indes vorstellen, dass die Berliner Hells Angels Ambitionen haben, ihren Einflussbereich nach Norden auszudehnen und bewusst darauf spekulieren, dass die Neubrandenburger Bandidos und ihre Supporterclubs geschwächt sind. Im Zuge einer massiven Polizeiaktion im Dezember 2011 gegen mehrere Neubrandenburger Motorradclubs hatten etliche Mitglieder der Szene den Rücken gekehrt. Die Bandidos hatten die damalige Aktion als ungerechtfertigt bezeichnet. Berlin gilt als strategisch wichtig für die Kontrolle über die Geschäfte im Osten Deutschlands. Dabei geht es etwa um Drogen- und Waffenhandel, Prostitution und Erpressung.
Rockerszene im Nordosten sei gut vernetzt, aber in Bewegung
Die Rockerszene im Nordosten sei gut vernetzt, aber in Bewegung, heißt es aus Ermittlerkreisen. So hätten Bandidos jüngst nach Auflösungen in Anklam und Greifswald die neue Untergruppe MC Strelitz eröffnet, um eine Achse von Vorpommern nach Berlin zu schlagen und so Drogenrouten kontrollieren zu können.
Bedenklich sind dabei die Kontakte der Neubrandenburger Bandidos in die rechtsextreme Szene: Sie unterhalten gute Beziehungen zum Rockerclub Schwarze Schar MC Wismar. Dessen Mitglieder waren in der Vergangenheit in der rechten Szene aktiv.
Nordkurier
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