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Hunderte zu Rock gegen rechts in Jamel erwartet

Künstlerpaar Birgit und Horst Lohmeyer veranstaltet ab kommenden Freitag das Festival "Jamel rockt den Förster".

31.07.2012

Jamel Rock gegen rechts in der NPD-Hochburg Jamel: Das Künstlerpaar Horst und Birgit Lohmeyer veranstaltet am kommenden Wochenende (3. und 4.August) das Festival "Jamel rockt den Förster". Dort werden unter anderem die Bands "Haudegen" und "Rantanplan" auftreten, wie Birgit Lohmeyer sagte. Das Dorf Jamel mit rund einem Dutzend Häuser ist für seine starke rechtsextreme Szene über die Landesgrenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus bekannt. Die Veranstalter des Festivals rechnen mit bis zu 500 Besuchern.

Für ihr Engagement wurden Horst und Birgit Lohmeyer schon mehrfach ausgezeichnet. Seit 2007 laden die Künstler jedes Jahr Bands und Gäste aus ganz Deutschland zum Event auf den alten Forsthof i m Landkreis Nordwestmecklenburg.

Rechtsextremismus-Experte Jan Raabe hält das Festival daher "in dieser Kontinuität" für "deutschlandweit wohl einmalig". In den vergangenen Jahren kamen jeweils 300 Besucher, diesmal erhoffen sich die Veranstalter mehr - wegen der guten Wetterprognose.

Die Rechtsextremen stören sich offenbar an der Veranstaltung: Im Januar veröffentlichten sie eine CD mit dem Titel "Jamel scheißt auf den Förster". Mit dem Verkaufsgewinn sollte der NPD-Politiker Sven Krüger aus Jamel unterstützt werden, der 2011 wegen gewerbsmäßiger Hehlerei mit gestohlenen Baumaschinen und illegalem Waffenbesitz zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden war.

Die Bedeutung von Musik im Kampf gegen Rechtsextremismus wird nach Ansicht von Experte Raabe häufig unterschätzt. Viele Jugendliche fühlten sich von Festivals stärker angesprochen als von klassischen Politikformen wie Resolutionen und Unterschriftensammlungen, sagte der Sozialpädagoge, der sich im Bielefelder Verein "Argumente & Kultur gegen Rechts" engagiert und mehrere Bücher über Rechtsextremismus geschrieben hat. "Auch Musik kann eine Möglichkeit sein, um sich gegen Neonazis auszusprechen."

Festivals gegen rechts hält der Experte vor allem wegen ihrer Signalwirkung für wichtig: "Da sind Leute, die engagieren sich, die gehen in die Öffentlichkeit und zeigen, dass ein Dagegenhalten möglich ist." Städte und Gemeinden sollten diesen Menschen ihre Unterstützung zusagen. "Das ist wichtig als Signal."

In Jamel sind die Veranstalter zufrieden mit der Unterstützung aus der Gemeinde Gägelow, zu der Jamel gehört. "Die Gemeinde steht hinter dem Festival, und das ist deutlich erkennbar", sagte Birgit Lohmeyer. So stelle sie etwa das Gelände für die Parkplätze zur Verfügung. Auch die Finanzierung hat sich inzwischen geklärt, nachdem das Festival im Februar am Geld zu scheitern drohte. Das Landessozialministerium fördere das Musikevent, so Birgit Lohmeyer.

Die Gemeinde steht hinter dem Festival."Birgt Lohmeyer, Künstlerin und Veranstalterin

Felix Werdermann

Ostseezeitung-Grevesmühlen

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