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Neustrelitz: Angriff auf Wahlkreisbüro. Linke und SPD verdächtigen Rechtsextreme
Zurzeit ermittelt die Polizei in alle Richtungen. SPD-Fraktionschef Norbert Nieszery befürchtet weitere Anschläge. Peter Ritter von der Linken spricht von einer rechtsextremistischen Gewaltserie.
30.07.2012
Neustrelitz (dapd) Linkspartei und SPD vermuten Rechtsextreme hinter dem Angriff auf das Wahlkreisbüro des Linken-Landtagsabgeordneten Torsten Koplin in Neustrelitz. Die Fraktionen forderten am Montag in Schwerin ein konsequentes Vorgehen von Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Die Polizei wollte den Verdacht der beiden Fraktionen zunächst nicht bestätigen.
Unbekannte hatten am Sonntagnachmittag einen Ziegelstein durch eine Fensterscheibe in das Wahlkreisbüro Koplins geworfen. Es werde in alle Richtungen ermittelt, auch eine politisch motivierte Tat könne nicht ausgeschlossen werden, sagte eine Polizeisprecherin. Bislang gebe es aber noch keine Hinweise auf den Täter. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen. Büros von Politikern der Linkspartei werden häufiger Ziele von Angriffen. Erst im Mai und im Juni waren Räume in Sachsen-Anhalt attackiert worden. In Mecklenburg-Vorpommern wurden im vergangenen Jahr mehrere Büros verschiedener Parteien durch Steinwürfe und Nazi-Schmierereien beschädigt.
SPD-Fraktionschef Norbert Nieszery befürchtet weitere Anschläge
Der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Peter Ritter, sagte, es sei unerträglich, dass solche Angriffe auf Abgeordnetenbüros im Nordosten schon fast zur Normalität gehörten. Polizei und Justiz müssten noch stringenter gegen rechtsextremistische Gewalt vorgehen, damit die Gewaltserie endlich ein Ende habe.
SPD-Fraktionschef Norbert Nieszery, in dessen Wahlkreisbüro im vergangenen Juli ein Stein geworfen worden war, sagte, offenbar setze die rechtsextreme Szene die während des Wahlkampfs unterbrochene Anschlagsserie nun fort. "Es sieht so aus, als hätten die Nazis ihr bürgerliches Deckmäntelchen wieder abgelegt und zeigten nun wieder ihr wahres Gesicht." Er befürchte weitere Anschläge auf Einrichtungen demokratischer Politiker.
Nordkurier-Neustrelitz
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