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Kommunen wehren sich gegen Pressefest der Neonazis
Alle Orte im Landkreis wollen mit Plakaten protestieren. Einwohner des Landkreises können auf Postkarten "Nein" zu Extremisten sagen.
25.07.2012
Anklam/Pasewalk Die Familie der Städte und Gemeinden will sich gemeinsam mit dem Landkreis zur Wehr setzen. Wenn am 10. und 11. August in Viereck bei Pasewalk ein Pressefest von Rechtsextremen auf privatem Grund veranstaltet wird, soll in allen Orten (!) von Vorpommern-Greifswald zu lesen sein: "Kein Ort für Nazis!". Darauf haben sich Landrätin Barbara Syrbe und Amtsverwaltungschefs sowie Bürgermeister geeinigt. "Das ist eine großartige Solidarität, die zeigt, dass unser Landkreis demokratisch, tolerant und weltoffen ist. Zugleich heißt das, dass Neonazis mit ihrer menschenverachtenden Ideologie hier eben nicht widerstandslos geduldet werden", sagt die Verwaltungschefin. Leider werde ein solches, falsches Bild oft überregional in den Medien kolportiert.
"Die Wahrheit sieht anders", ergänzte Ute Schmidt von der Koordinationsstelle für Demokratie und Toleranz. Sie hilft im Hintergrund, Kontakte aufzubauen und Hilfe zu koordinieren. Sich gemeinsam, in einem breiten Bündnis zu wehren, heißt auch sich besser kennenzulernen und Angst zu überwinden. "Das wird nachwirken", ist sie sich mit Blick auf das wöchentlich donnerstags in St. Nikolai zu Pasewalk tagende Bündnis sicher. Zumal man erkennt: "Wir Demokraten sind die Mehrheit."
Neben dem Netzwerk aller Verwaltungen, das sich für die Ausstattung der Orte mit Plakaten zusammengefunden hat, soll eine zweite Aktion helfen, flächendeckend und zugleich ganz persönlich Position zu beziehen - und zwar gegen die Ewiggestrigen. "Mit einer Postkartenaktion möchten wir allen Bürgern die Chance geben, sich einzureihen", beschreibt Syrbe das Anliegen. Es werden 250 000 Postkarten - exakt so viele Einwohner hat der Großkreis - gedruckt und ab nächste Woche an die Ämter, Stadtverwaltungen sowie Kirchgemeinden verteilt; von hier sollen sie wiederum in die privaten Briefkästen gehen, um unterschrieben zurückzukommen. "Schön wäre es", hofft die Landrätin, "wenn wir beim großen Pasewalker Stadtfest ein riesige Glasbehältnis voller unterschriebener Karten gegen Neonazis hätten."
Steffen Adler
Ostseezeitung-Usedom
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