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"Die Gründung war überfällig"
Heute um 16 Uhr trifft sich in der Pasewalker Marienkirche das Aktionsbündnis "Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!" zum dritten Mal. Mit einem der Beteiligten, Jörg Raddatz vom Verein demokratisches Ostvorpommern, sprach unser Redaktionsmitglied Robert Kiesel.
19.07.2012
Herr Raddatz, kaum war das Pressefest der Deutschen Stimme am 10. und 11. August angemeldet, stand ein Aktionsbündnis in den Startlöchern. Hat Sie das überrascht?
Ich bin mir sicher, nicht nur ich war überrascht. Das ganze nahm unheimlich schnell Fahrt auf, die Zahl der Rückmeldungen war beeindruckend, selbst die Parteien sind direkt aufgesprungen. Das ist neu.
Dabei ist das Problem von Rechts nicht neu in der Region. Wie erklären Sie sich die Dynamik?
Viele von uns sind schon lange davon frustriert, ständig nur hinterherzulaufen. Wir wollten selbst etwas machen, eigene Akzente setzen. Die Gründung eines Bündnisses war eigentlich überfällig.
Nun ist etwas in Gang gekommen, die ersten Treffen waren von großer Resonanz begleitet. Eine neue Qualität?
Ganz sicher. Neu ist vor allem, dass es sich um ein offenes Netzwerk handelt. Alle können mitmachen, Profis wie Amateure, keiner reißt das Steuer an sich. Es geht nicht darum gesehen zu werden, es geht darum gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.
Welche Chancen sehen Sie im Hinblick auf das anstehende Pressefest. Wird der Protest hör- und sehbar sein?
Die Entwicklungen der vergangenen Wochen machen mich da sehr optimistisch. Die Außenwahrnehmung wird eine andere sein. Erstmalig können wir zeigen, dass die Region für ein friedliches und demokratisches Miteinander einsteht.
Oft ist von Nachhaltigkeit die Rede. Wird das Bündnis über das so genannte Pressefest der NPD hinaus bestehen?
Da sehe ich sehr gute Chancen, gerade weil viele der Beteiligten das immer wieder betonen. Wir wollen auch nach dem Pressefest selber Punkte setzen, aktiv sein. Dafür muss das Bündnis jederzeit aufrufbar bleiben.
Wie kann es dem Bündnis gelingen, noch mehr normale Bürger für seine Arbeit zu gewinnen?
Wir müssen den Leuten zuhören, ihrer Meinung eine Plattform bieten und sie ausreden lassen. Jeder Bürger ist mündig und seine Meinung hat einen Sinn. Und um die zu äußern, braucht es weder das Abitur noch irgendein Studium.
Nordkurier-Pasewalk
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