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Nazi-Angriffe häufen sich
Die Übergriffe gegen Ausländer vom Wochenende zeigen: Auch in Greifswald gibt es Probleme mit Rechtsextremisten. Kritiker werfen der Stadt vor, sie wolle das Thema aussitzen.
17.07.2012
GREIFSWALD.Oberbürgermeister Arthur König (CDU) sagte den Betroffenen seine Unterstützung zu: "Ich verurteile Übergriffe, auch die subtiler Art, auf Menschen auf das Schärfste. Niemand hat das Recht, einen anderen aus was für Gründen auch immer zu erniedrigen und zu demütigen." Am Wochenende waren ein Student auf seinem Balkon sowie das Islamische Kulturzentrum in der Makarenkostraße mit Eiern beworfen worden. Vorfälle dieser Art hatten sich zuletzt gehäuft.
Polizei-Sprecher Axel Falkenberg sagte, die Polizei wolle sich jetzt intensiver um das Thema kümmern: "Dabei müssen auch die Stadtverwaltung und die Politik mit ins Boot." Bereits am Wochenende habe sich der stellvertretende Revierleiter vor Ort in Schönwalde ein Bild von der Lage gemacht. "Wir nehmen das ernst", sagt Falkenberg, der Betroffene und Zeugen dazu auffordert, jeden Übergriff der Polizei zu melden. Konkrete Hinweise auf die Täter gebe es bislang noch nicht, wohl aber Vermutungen, sagte Falkenberg. Vorfälle mit mutmaßlich rechtsextremem Hintergrund nehmen seit einigen Jahren in der Hanse- und Universitätsstadt zu, nachdem es zuvor weniger Probleme gegeben hatte.
Die Stadt Greifswald präsentiert sich gern als weltoffener Ort, dem Probleme mit Rechtsextremisten wie in Anklam oder Eggesin fremd sind. Doch so einfach sei das nicht, sagt Joachim Schmidt: "In den vergangenen Jahren wurden in Greifswald mehrere Straftaten von Rechtsextremisten verübt, darunter schwere Körperverletzungen und ein Brandanschlag." Schmidt, der sich seit Jahren gegen Rechtsextremisten engagiert und auf seiner Internetseite darüber schreibt, kritisiert, dass die Stadt nicht offensiv genug vorgehe: "Das ist ein Problem, das benannt und öffentlich gemacht werden muss. Stadtverwaltung und Universität bangen offenbar um den guten Ruf der Stadt und versuchen, das Problem auszusitzen."
Nach den jüngsten Vorfällen soll es jetzt jedenfalls einen weiteren Runden Tisch mit allen Beteiligten geben. Vielleicht wäre es ja eine gute Idee, sich dieses Mal nicht hinter verschlossenen Türen zu treffen, sondern öffentlich, meint Schmidt.
Nordkurier-Greifswald
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