Polizei muss ran, obwohl sie nicht will
Viele Menschen haben ein falsches Bild von Polizisten. Sie vergessen oft, dass Ordnungshüter die demokratischen Rechte aller Bürger verteidigen müssen - auch die von Neonazis und NPD-Mitgliedern.
13.07.2012
Anklam/Pasewalk (th) An machen Tagen lieben auch Polizisten ihre Arbeit nicht, doch der Job muss gemacht werden. So auch beim kommenden Pressefest des NPD-Parteiorgans "Deutsche Stimme" im August in Viereck bei Pasewalk. Und wie üblich stellen sich die Beamten nicht nur auf Gewalt von Neonazis, sondern auch auf gewaltbereite Gegendemonstranten ein. Deshalb adressieren die Kreisgruppen Anklam, Uecker-Randow, Greifswald und Wolgast der Gewerkschaft der Polizei (GdP) einen Offenen Brief an Landrätin Barbara Syrbe (Die Linke), Greifswalds Oberbürgermeister Arthur König (CDU) und Pasewalks Bürgermeister Rainer Dambach (parteilos) und rufen zur Gewaltlosigkeit auf.
"Undankbare Aufgabe"
"Wir hoffen, dass sie dafür Sorge tragen, dass es nur friedliche und demokratisch geplante Gegenaktionen gibt", sagt Anklams Gewerkschaftssprecher Marco Bialecki. In dem Schreiben der GdP heißt es: "Unsere Kollegen werden leider die undankbare Aufgabe übernehmen, dieses Pressefest zu schützen."
Dem Rechtsextremismus in Deutschland hat die Gewerkschaft der Polizei bereits den Kampf angesagt, als viele, die die Polizei für die Wahrnehmung ihres gesetzlichen Auftrages heute als "Polizisten, die Faschisten schützen" bezeichnen, noch gar nicht geboren waren, schreibt die Geschwerkschaft weiter. Und weist zugleich die Politik darauf hin, trotz Scheiterns des Verbotsverfahrens es weiterhin zu versuchen, die in den Augen der GdP verfassungsfeindliche NPD zu verbieten.
Immer wieder Vorwürfe gegen die Beamten
Die Gewerkschaft werde so deutlich, damit ermessen werden könne, welche Verunglimpfung, Diskreditierung und Beleidigung es bedeutet, wenn Ordnungshütern vorgeworfen werde, sie seien auf dem rechten Auge blind oder würden gar Faschisten schützen.
Der Gewerkschafter ist jedoch davon überzeugt, dass Syrbe, König und Dambach die gewaltbereiten Demonstranten in die Schranken weisen werden.
Nordkurier
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