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Einige Flüchtlinge wollen im Dorf bleiben

06.07.2012

Die Kampagne "Stop it" verweist auf Unsicherheiten bei den Jürgenstorfer Flüchtlingen und fordert erneut mehr Deutschkurse für die Asylbewerber in Jürgenstorf. Doch nur vier Flüchtlinge haben Interesse.

Jürgenstorf.Wir haben immer noch keinen richtigen Deutschkurs und keine ausreichende soziale Betreuung im Heim. So zitiert die Kampagne "Stop it eine Asylsuchende aus der Jürgenstorfer Unterkunft. Die Kampagne ist der Ansicht, dass sich nach den Demonstrationen und der Bekanntgabe der Heimschließung, biszum

30. Juni 2013nichts an der Lage in dem Heim verbessern wird. Es würden auch immer noch weitere Flüchtlinge in die Unterkunft eingewiesen, so der Vorwurf in einer Pressemitteilung. Die Asylbewerber würden zudem keinerlei Informationen bekommen, wann und wohin sie umziehen werden. Einige Familien versuchen deswegen, Anträge auf eine Verlegung in eine größere Stadt zu stellen.

Letzteres bestätigt Kreisordnungsamtsleiter Rainer Plötz. Doch dabei gehe es nicht um Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Einige wenige Asylbewerber würden gern in Hamburg oder Berlin untergebracht werden. Anträge auf eine Unterbringung in Stavenhagen habe dagegen noch niemand gestellt.

Rainer Plötz berichtet jetzt sogar von einem umgekehrten Trend. Ein Teil der Asylbewerber hat sich gegenüber der Ausländerbehörde und der Heimleitung sehr positiv geäußert, dass sie sich sehr gut aufgehoben fühlen in Jürgenstorf. Davon berichtet auch Klaus Walraf, Sprecher des Malteserwerks, das das Heim in Jürgenstorf betreut. Das betreffe eine ganze Reihe von Familien. Sie legten offenbar Wert auf das ruhige Umfeld für ihre Kinder und auch auf den Kontakt zu den Schulkameraden. Doch all das ändert laut Plötz nichts. Der Beschluss von der Schließung steht.

Für alle Beteiligten steht der Schließungstermin am 30. Juni 2013. Davon müssten auch die Asylbewerber wissen. Walraf kennt aber die Gerüchteküche: Weil dieser Tage die Ausländerbehörde von Demmin nach Neubrandenburg verlegt wurde, dachten offenbar einige Flüchtlinge, dass auch ihr Umzug bevorsteht. Er beruhigt: "In diesem Jahr bleibt alles beim Alten."

Den Vorwurf von unzureichenden Deutschkursen können Plötz und Walraf nicht nachvollziehen. Beide wissen, dass es derzeit einen ehrenamtlich organisierten Deutschkurs gibt. Daran nehmen nur vier Asylbewerber teil, betonte Walraf. Da würde es keinen Sinn machen, mehr Deutschkurse und sogar in verschiedenen Leistungsstufen anzubieten.

Zum Vorwurf der unzureichenden Betreuung nimmt das Innenministerium Stellung. Nach der Betreuungsrichtlinie ist für jeweils 7 Plätze eine Betreuungsstunde (Montag - Freitag) zu leisten. Dies sei landeseinheitlich verbindlicher Standard für alle kommunalen Unterkünfte. In Jürgenstorf müssten bei 240 Plätzen mindestens 30 Betreuerstunden täglich geleistet werden. Es lägen aber keine erkennbaren Gründe vor, die eine fachaufsichtliche Intervention erfordern.

Die Neu-Zuweisung von Flüchtlingen nach Jürgenstorf sofort zu stoppen, ist für das Ministerium nicht möglich. Zum einen stehe noch keine Ersatzunterkunft fest. Zum anderen fehlten anderswo Plätze. Von einer Verteilung nach Jürgenstorf würden Familien mit schulpflichtigen Kindern aber ausgenommen.

Nordkurier-Malchin

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