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Linke lobt sich für den Kampf gegen rechtes Gedankengut

26.06.2012

Die Landtagsabgeordnete Jacqueline Bernhardt (Die Linke) würdigt den Mut von Eveline Oertel, sich gegen die NPD in Person von Andreas Theissen zu stellen. Gerade in einer Kleinstadt wie Lübtheen erfordert es ganz besonders viel Mut, sich gegen die verleumderischen Kampagnen der NPD zur Wehr zu setzen. Zum Glück ist Eveline Oertel nicht allein, es gibt viele Lübtheener, die sich dagegen wehren, verlautbart Bernhardt.

"Dafür hat Eveline Oertel unsere Anerkennung und unseren Respekt. Diese Art von Zivilcourage brauchen wir im täglichen Kampf gegen Rechtsextremismus und Gewalt", so das Statement der Linken-Landespolitikerin.

Hintergrund: Der am vergangenen 5. Juni am Amtsgericht Ludwigslust gegen Andreas Theißen, Kreisvorsitzender der NPD Westmecklenburg , begonnene Strafprozess fand am 22. Juni ein vorläufiges Ende. Angezeigt hatte ihn die Anwältin Eveline Oertel, Linken-Mitglied der Stadtvertretung Lübtheen und des Kreistages Ludwigslust-Parchim. Ein wegen Kindesmissbrauch verurteilter Straftäter sollte nach Verbüßung seiner Haftstrafe in seinem Heimatort Gößlow nahe Lübtheen zurückkehren. Daraufhin stellte die Stadtfraktion der NPD in Lübtheen auf der Stadtvertretersitzung den Antrag "Aufklärungsarbeit gegen Kindesmissbrauch verstärken" dahingehend, dass die Bürgermeisterin in dieser Angelegenheit aktiv werden solle. In der Aussprache wandte sich Eveline Oertel gegen diesen Antrag mit der Begründung, dass die Bürgermeisterin hier nicht zuständig sei und sich im übrigen viele Vereine, Organisationen, Gremien und Eltern mit Aufklärungsarbeit gegen Kindesmissbrauch beschäftigen. Der Antrag wurde abgelehnt.

Nach dieser Stadtvertretersitzung erschien ein Flugblatt der NPD unter der Überschrift "Unglaublicher Skandal in der Stadt Lübtheen". Darin hieß es u.a.: "Linke Stadtvertreterin E. Oertel stellt sich schützend vor Kinderschänder". Verantwortlicher im Sinn des Presserechts für dieses Flugblatt sei Andreas Theißen.

Eveline Oertel erstattete daraufhin Anzeige wegen Verleumdung. Theißen trägt nun die Verfahrenskosten und muss 600 Euro an den Kinderschutzbund zahlen. Das Verfahren wurde vorläufig eingestellt.

Schweriner Volkszeitung-Ludwigslust

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