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Gymnasiasten putzen Stolpersteine

Junge Güstrower schreiten zur Tat, um Erinnerung und Mahnung wach zu halten an die Verbrechen der Nationalsozialisten an den jüdischen Bürgern in ihrer Stadt.

16.06.2012

Von unserem Mitarbeiter

Christian Menzel

Güstrow.Wenn jetzt die 17 in Güstrow verlegten Stolpersteine, die an im Nationalsozialismus ermordete oder vertriebene jüdische Mitbürger der Stadt erinnern sollen, von Schmutz und Staub befreit wieder in der Sonne leuchten, so ist das Schülern der elften Klasse des Brinckmangymnasiums zu danken. Mit Putzmittel und Lappen ausgerüstet machten sich zwei Gruppen des Religionskurses von Lehrer Bernd Naumann auf den Weg, um die an vier Orten verlegten Stolpersteine zu säubern. Die Idee dazu stammt von Folker Hachtmann. Der Pastor in Ruhe hatte die Verlegung der Stolpersteine schon 2009 auf den Weg gebracht.

Die Stadtvertretung gab grünes Licht und so platzierte der Kölner Künstler Gunter Demnig im Sommer vor drei Jahren 15 Stolpersteine vor Häusern, in denen einst jüdische Mitbürger gewohnt hatten. 2010 kamen in der Hansenstraße 1 weitere zwei Steine hinzu, die an Lieschen Ehrlich und ihre Tochter Herta Jacobsohn erinnern. Sie und andere jüdische Einwohner Güstrows wurden am 10. Juli 1942 von Güstrow aus deportiert und zumeist noch im gleichen Jahr im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.

"Das ist jetzt 70 Jahre her", erinnerte Folker Hachtmann die Gymnasiasten und stellte ihnen die im Juni 2011 erschienene Broschüre "Stolpersteine in Güstrow" vor. "Es war sehr beeindruckend, was wir über die jüdischen Mitbürger gehört haben. Und wir waren auch gleich einverstanden, die Stolpersteine zu pflegen, um die Erinnerung an die Menschen und das ihnen zugefügte Unrecht wach zu halten", sagte Marvin Garling, der mit seiner Gruppe die Steine in der Hansenstraße 1 und im Krönchenhagen 13 putzte. Die andere Gruppe hatte sich die Stolpersteine in der Domstraße 5 und in der Baustraße 34 vorgenommen.

Übrigens arbeitete Folker Hachtmann nicht zum ersten Mal mit den Gymnasiasten zusammen. "Vor einem Jahr haben wir gemeinsam eine Powerpoint-Präsentation zum Thema 'Der Nationalsozialismus in den Kirchen Mecklenburgs' erarbeitet", wusste Bernd Naumann.

Nordkurier-Malchin

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