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Breites Bündnis gegen NPD-Hetze
Handlungsbedarf gegen NPD-Hetze: Das regionaleNetzwerk für Migration und Integration sprach am Mittwoch auf ihrer turnusmäßigen Sitzung in Anklam auch über das künftige Asylbewerberheim in Wolgast.
15.06.2012
Von unserem Redaktionsmitglied
Torsten Heil
Wolgast/Anklam.Neben den Asylbewerberheimen in Anklam und Greifswald wird voraussichtlich ab Juli auch die Stadt Wolgast Flüchtlinge aufnehmen. Das Problem: Die rechtsextreme NPD macht bereits vor Ort gegen die Asylbewerber Stimmung. Denn in Wolgast wird derzeit ein noch teilweise bewohnter Block für die Asylbewerber frei gezogen (Nordkurier berichtete).
Grünen-KreistagsmitgliedMichael Steigerwill das Feld nicht den Rechtsextremen überlassen. Seine Partei versucht bereits, andere demokratische Parteien für eine Gegenstrategie zu gewinnen. "Mit der SPD haben wir schon gesprochen", sagt Steiger auf der Sitzung des Netzwerkes. Er könne sich vorstellen, ein kurzes Informationsblatt zu gestalten. In dem Flyer sollte um Verständnis für die Asylbewerber geworben sowie die Gründe der Flucht näher erläutert werden. "Außerdem wäre ein kleines Willkommensfest für Flüchtlinge schön", so Steiger. Annett Freier vom Demokratie-Laden sagt, dass das Bild, das Neonazis in ihrer Hetze aufgreifen, wieder gerade gerückt werden müsse.
"Wir müssen aufklären, um dem Vorurteil und der Hetze der Nazis vom Sozialschmarotzer entgegen zu wirken", sagt Freier.Die Mitglieder des Netzwerks sind sich einig, dass darüber informiert werden müsse, wie viele Bürger tatsächlich davon betroffen seien. Außerdem welche Alternativen den Bewohnern geboten werde und warum sich die Stadt so entschieden habe. "Für Aufklärung und das Willkommensfest wollen wir viele Mitstreiter gewinnen, um den neuen Gästen die Ankunft so angenehm wie möglich zu gestalten", so Freier.
Derzeit hat der Landkreis 266 Plätze für Flüchtlinge, 158 in Greifswald und 108 in Anklam, das sind rund 200 Plätze zu wenig laut Verteilerschlüssel des Landesflüchtlingsaufnahmegesetzes, erklärt Marika Hinz,Sachgebietsleiterin des Kreis-Sozialamtes. Es werde auch nie eine 100-prozentige Auslastung geben, das ginge räumlich schon gar nicht. Hinz sagt, dass es auch noch kein unterschriebenen Mietvertrag gebe. Indes schreibt der Kreis auch die Trägerschaft für die nächsten zwei Jahre für das Anklamer Asylbewerberheim aus. "Die jetzigen Verträge mit dem DRK sind ausgelaufen", so Hinz.
Nordkurier-Usedom
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