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NPD ruft zum Pressefest nach Pasewalk
Die "Deutsche Stimme" veranstaltet im August ihr Pressefest in Vorpommern. Erwartet werden Hunderte Neonazis und Sympathisanten.
14.06.2012
Pasewalk (wil/rk) Ein ehemaliger Bauernhof bei Pasewalk (Vorpommern-Greifswald) dürfte am 10. und 11. August die zentrale Anlaufstelle für Kader und Sympathisanten der NPD aus ganz Deutschland werden. Die "Deutsche Stimme" (DS), das Parteiorgan der NPD, veranstaltet auf dem Gehöft ihr Pressefest. Angemeldet wurden bei dem zuständigen Landratsamt etwa 600 Teilnehmer. Die Zahl der Besucher dürfte aber weit höher liegen. Zum Pressefest im Sommer 2011 kamen immerhin 2000 zahlende Gäste. In Dresden 2006 waren es sogar 8000 Teilnehmer.
Die Veranstaltung, die erstmals in Mecklenburg-Vorpommern stattfindet, wurde durch die DS-Herausgeber bereits bei der Stadtverwaltung Pasewalk beziehungsweise der Kreisverwaltung beantragt. Dabei legen die Organisatoren Wert auf den Festcharakter der Veranstaltung, bei der unter anderem Bands und Liedermacher auftreten sollen. So werde das Tragen von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, von Springerstiefeln und Bomberjacken untersagt.
Rednerliste führt militante Neonazis auf
Wortbeiträge dürften nicht zum Hass oder zu Gewalt gegen andere Menschen aufrufen. Angesichts der Rednerliste dürfte es den Veranstaltern allerdings schwerfallen, diese Einschränkungen einzuhalten. Unter anderem haben sich der NPD-Bundesvorsitzende Holger Apfel sowie Udo Pastörs, NPD-Fraktionsvorsitzender im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern angesagt. Zudem soll sprechen: Der Berliner Eckart Bräuniger, Geschäftsführer des "Deutsche Stimme Verlags" und bekannt als militanter Neonazi, sagte Günter Hoffmann, Beobachter der rechtsextremen Szene im Nordosten.
Auch Wolfram Nahrath, Oranienburger Rechtsanwalt und ehemaliger Vorsitzender der 2009 verbotenen Wiking-Jugend, sowie Sigrid Schüssler, Vorsitzende des "Ring deutscher Frauen", genießen einen eher zweifelhaften Ruf. Schüssler beispielsweise gelte als weibliche Hoffnungsträgerin der NPD, so Hoffmann.
Das Online-Netzwerk "Endstation Rechts" schätzt ein, dass die "Deutsche Stimme" das Pressefest auch als "eine eminent wichtige Einnahmequelle" nutzt. Bräuniger habe erst vor wenigen Wochen wirtschaftliche Schwierigkeiten einräumen und mehreren Mitarbeitern kündigen müssen.
Nutzer des Bauerngehöftes ist der Verein "Sport- und Kulturwiese", der dort immer wieder Konzerte des "Jugendbundes Pommern" veranstaltet. Zu den Mitgliedern gehört unter anderem der Neonazi Henry S., der nach einem rechtsextremistischen Überfall auf einen vietnamesischen Bürger in Eggesin zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden war.
Nordkurier-Pasewalk
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