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"Wir dürfen uns nicht wegducken"

Die Stadtvertreter versprechen sich von Gesprächen in der Regie des Demokratie-Vereins ein Bündnis gegen Gewalt und Rechtsextremismus.

13.06.2012

Von unserem Redaktionsmitglied

Claudia Müller

Anklam.Eine Demonstration, Spruchbänder, Kerzen, Diskussionsrunden? Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen, Videoüberwachung und mehr Mittel für die Schulsozialarbeit? Welche Antworten gibt man auf die Gewalttaten in Anklam, bei denen mehrere Jugendliche von mutmaßlich rechten Schlägern verletzt worden sind? Auf jeden Fall die: Gewalt ist immer zu verurteilen - null Toleranz gegenüber Gewalttätern. Darüber waren sich die Vertreter von Politik, Verwaltung, Polizei, Vereinen und Initiativen gegen Rechts einig, die auf Einladung des Vereins Demokratisches Ostvorpommern zusammengekommen waren. Wie geht man mit solchen Übergriffen um, welche Ursachen gibt es für den Gewaltausbruch, wie kann man darauf reagieren, was kann vorbeugend unternommen werden? So lauten Fragen, mit denen sich die Runde beschäftigte und weiter beschäftigen will.

Von den Stadtvertretern wurde der Vorstoß des Vereins sehr begrüßt. Zum einen müssten Ursachen der Übergriffe beleuchtet werden, um tätig werden zu können, so IfA-Fraktionschef Norbert Gehrke. Zum anderen sei es wichtig, dass sich die demokratischen Kräfte einig sind, um Zeichen gegen Neonazis zu setzen und Maßnahmen abzustimmen.Denn Einzelaktionen und Schnellschüsse würden nichts bringen.Insofern bedauere er, dass zu dem Treffen relativ kurzfristig eingeladen wurde und die Versammlung mit einer langfristig geplanten Veranstaltung der IfA kollidierte. Auch Monika Zeretzke, Fraktionschefin der Linken, verspricht sich von den Treffen einen besseren Informationsaustausch und ein breites Bündnis gegen Gewalt und Rechtsextremismus. "Wir dürfen uns nicht wegducken."

Karl-Dieter Lehrkamp (CDU) ist bei dem Treffen zudem bewusst geworden, dass es unterschiedliche Ansätze gibt, mit Extremismus und gesellschaftlichen Randgruppen umzugehen. Er jedenfalls halte ein Fest in einem Stadtteil mit sozialen Problemen für wirksamer als Demonstrationen und Gegendemonstrationen, die nur die Polizei beschäftigten.

Nordkurier-Anklam

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