links-lang fetzt!

::Features::

Link: Antirassistische Kampagne und Demo Link: Link: NSU Watch Link: What we can do

::Suche::

Internet
links-lang.de

by Google

Neo-Nazis mischen sich in Umzug

Es war so ein schönes Fest, ganz Löcknitz legte sich ins Zeug für den großen Umzug zur 800-Jahr-Feier. Leider mogelten sich aber auch Rechtsextremisten in den Festzug. Unbehelligt durften sie ihre kriegslüsterne Propaganda betreiben.

05.06.2012

Die NPD und ihre "Bekenner" marschierten mit im Löcknitzer Festumzug am Sonnabend zur 800-Jahrfeier und versuchten, ihn zu politisieren.

Foto: Rainer Marten

Löcknitz (rm) "Hätten wir gewusst, dass Rechtsextreme so ungehindert in einem Festumzug marschieren, wir wären alle nicht nach Löcknitz gefahren." Es ist ein Besucher aus Hamburg, der nicht fassen kann, was er da gerade gesehen hat. Heinrich Hoffmann, Kassierer eines traditionsreichen Hamburger Handerwerkervereins, kennt das aus seiner Heimat anders. Dort wird erbittert protestiert, wenn die Rechten marschieren.

In Löcknitz dagegen passierte nichts. Dabei war der Auftritt der NPD-Leute richtig gruselig: Ein schwarzer Block, Fahnen. Dazu präsentiert die NPD noch Wahlplakate der damals jungen bundesdeutschen Parteien CDU, FDP, SPD aus den 50-er-Jahren. Sie werben für ein Deutschland in den Grenzen vor 1939.

Der hämische Spruch der Hobby-Historiker der NPD: "Wer sein Programm von gestern nicht hielt, wird morgen auch das Versprechen von heute brechen." Dass die Einlösung dieser dem Wahlkampf in der Nachkriegszeit geschuldeten Forderung in einen neuen Krieg gemündet hätte und die demokratischen Parteien deshalb schnell wieder davon abrückten, verschweigen die Extremisten natürlich. Politikgeschichte auf Plumpsklo-Niveau präsentierte die NPD da also, wieder einmal.

Schwere Vorwürfe an das Organisationskomitee

Brunhilde Gier, eine frühere Löcknitzerin und extra zur Jahrfeier aus Berlin angereist, ärgert das. "Diese Typen hätten Löcknitz 1945 oder 1946 sehen sollen", sagt die 79-Jährige und schüttelt den Kopf. Eckhard Budy aus Eggesin, Mitorganisator der 750-Jahrfeier in Ueckermünde, macht vor allem dem Organisationskomitee und der Gemeindeverwaltung in Löcknitz schwere Vorwürfe.

"Der Gemeinde Löcknitz als Veranstalter obliegt es, die Regeln der Veranstaltung festzulegen. Sie kann klar regeln, wer in dem Festumzug vertreten ist und wer dort absolut nichts zu suchen hat. Aus meiner Sicht haben hier die Organisatoren auf der ganzen Strecke versagt. Sie haben zugelassen, dass sich ein bereits bestehendes negatives Bild über die Region insgesamt noch verfestigt. Die Region wird öffentlich in eine Ecke gestellt, in die sie keinesfalls gehört. "

Veranstalter kann keine Verstöße feststellen

Gerd Walter, Mitglied bei Tacheles Uecker-Randow, bestätigt das: "Wenn die Organisatoren nicht klare Regeln für eine Veranstaltung festlegen, sie auch nicht so festzurren, dass sie auch nicht umgangen werden können, dann werden von den Rechtsextremen Volksfeste in ihrem Sinn genutzt.

Detlef Ebert, Vorsitzender des Organisationskomitees "800 Jahre Löcknitz", sagte gestern auf Nachfrage, es habe lange vor dem Fest Absprachen gegeben, wie die Gemeinde reagieren würde, wenn es im Zusammenhang mit dem Fest Verstöße gegen geltendes Recht gegeben hätte. "Weder wir noch die Polizei haben diese Verstöße aber feststellen können. Und: "95 Prozent der Löcknitzer denken anders als die Rechten, und das ist wichtiger als eine Aufmerksamkeit, die wir jetzt im Nachgang den Rechten widmen und die sie keinesfalls so verdient haben."

Nordkurier-Pasewalk

::Action::

Keine deutsche Zukunft!
Infoveranstaltung
24.05., Café Median Rostock

DaSkartell
Konzert
24.05., Tikozigalpa Wismar

alle Termine
alle Presseartikel

::Presse::

22.05.2013 [OZ]
Rechte versammelten sich auf Usedomer Campingplatz / Etwa 150 Menschen aus dem rechten Spektrum haben zu Pfingsten in Ückeritz auf Usedom gezeltet und teilweise verfassungsfeindliche Parolen gegrölt.

22.05.2013 [OZ]
Ausstellung über Leni Riefenstahl / Ausstellung beleuchtet Naziverstrickungen der vermeintlich unpolitischen Künstlerin

21.05.2013 [OZ]
Schüler setzen mit Hip-Hop Zeichen gegen Rassismus / Martin Rietsch spricht mit Neuntklässlern der Hundertwasser-Gesamtschule über Vorurteile. Als Deutscher mit dunkler Hautfarbe wird er noch alltäglich diskriminiert.

16.05.2013 [NK]
Fast jeden Tag eine rechtsextreme Aktion in MV / Auf elf Seiten listet das Innenministerium in Schwerin Veranstaltungen mit rechtsextremem Hintergrund im vergangenen Jahr auf. Und das sind nur die offiziell gewordenen.

15.05.2013 [SVZ]
NPD-Provokation vor dem Schloss / Die NPD will am 2. Juni in Schwerin zum Tag des offenen Schlosses auflaufen.

15.05.2013 [NK]
Als dumme Nazis die Bücher kluger Menschen verbrannten / Gedenken an Bücherverbrennung in Torgelow

15.05.2013 [NK]
Ordnungsamt: Nicht zu viele Fahnen im Zug der NPD / "Kein Grund zum Einschreiten"

15.05.2013 [OZ]
Zeitzeugen an der Stadtschule / Die Projektgruppe "Stolpersteine" lädt am 29. Mai zur Zeitzeugenveranstaltung mit Erich Kary in die Aula der Großen Stadtschule ein. Erich Kary wurde am 28. November 1924 in Angerburg (Ostpreußen) geboren.

alle Presseartikel