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Tag der Abwechslung vom Problem-Alltag
In der Asylbewerber- unterkunft wurde Kindertag gefeiert. Es ging harmonisch zu, doch ist das Leben dort nicht immer einfach.
05.06.2012
Neubrandenburg.Kindertag - ein ganz besonderer Tag im Leben der kleinen Menschen. Solch ein schöner Tag sollte auch am 1. Juni für die Kinder der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber gestaltet werden. Bei der Organisation und Umsetzung des Tages standen Irimie Pencov, dem Leiter der Einrichtung, und seinem Team, auch die Schüler des Musischen Hauses vom Sportgymnasium und die mobile Jugendarbeit der Caritas zur Seite.
Ein Trampolin war aufgebaut und viele andere Spiele wie Topfschlagen oder Stelzenlaufen standen den Kindern zur Verfügung. Kinderlachen und laute Musik waren zu vernehmen, eine fröhliche Stimmung dominierte. Eltern fotografierten ihre Lieblinge, die viel Spaß hatten. "So ein Fest ist immer gut. Ablenkung, mal etwas anderes. Und zusammen ein paar schöne Stunden erleben", erklärt Pencov. Auch die Erwachsenen der Gemeinschaftsunterkunft konnten eine schöne Zeit auf dem Fest genießen und maßen ihre Kräfte zum Beispiel beim Tauziehen. Für die Unterstützung der Projektgruppe "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ist Irimie Pencov dankbar. "Sonst sind die Bewohner immer nur unter sich. So ein Kontakt tut allen hier gut." Schon seit längerer Zeit arbeiten die Schüler vom Musischen Haus mit dem Asylbewerberheim zusammen. Die Schüler fahren zum Beispiel regelmäßig mit Jugendlichen der Gemeinschaftsunterkunft in andere Städte wie nach Berlin zum Wachsfigurenkabinett oder auch nach Rostock zum Weihnachtsmarkt. So sind inzwischen einige Freundschaften entstanden.
Das Kinderfest bot die Möglichkeit zum Wiedersehen, sogar Freundschaftsarmbänder wurden ausgetauscht. In Zukunft hat aber auch die mobile Jugendarbeit der Caritas eine Zusammenarbeit versprochen. Ein erster Schritt war das Bereitstellen eines Trampolins - zur Freude aller Kinder. Egal, zu welchem Zeitpunkt man zu dem Spielgerät hinüber blickte, immer gab es eine Warteschlange. "Ich mag den Kindertag. Das macht alles Spaß, mir gefällt besonders das Springen", sagt ein kleiner Junge und wartet ungeduldig, bis er wieder an der Reihe ist.
Etwas mehr als zwei Stunden amüsierten sich alle zusammen, den Kindern zur Ehre. "Das war so cool", sagt ein Mädchen, nimmt seine kleine Schwester an die Hand und läuft zu den Eltern in die Gemeinschaftsunterkunft. Auch der Leiter der Einrichtung ist sich sicher: "Das war ein gelungenes Fest. Doch leider läuft es nicht immer so schön." Ein Jugendlicher unterbricht ihn. "Herr Pencov macht sehr gute Arbeit. Wir können mit unseren Problemen immer zu ihm kommen, er fragt uns aber auch von alleine nach unserem Wohlbefinden, obwohl er eine sehr harte Arbeit hat."
Irimie Pencov freut sich mit einem Lächeln über die Komplimente. Doch im nächsten Moment nickt er betroffen und erzählt von den Problemen im Asylbewerberheim: "Manchmal gibt es schon Probleme und Streitigkeiten zwischen den Bewohnern. Es treffen halt verschiedene Kulturen aufeinander und verschiedene Bildungsgrade, da ist nicht immer alles einfach. Aber umso schöner, dass es heute gut gelaufen ist", bilanziert er und schaut zufrieden die Fotos auf seiner Digitalkamera vom Kindertag an.
Nordkurier-Neubrandenburg
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