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Anklam: Nein zu Antrag für Neonazi-Treff
Der Landkreis prüft, ob Veranstaltungen für bis zu 199 Personen in dem von der NPD genutzten Haus an der Pasewalker Straße zulässig sind.
26.05.2012
Von unserem Redaktionsmitglied
Claudia Müller
Anklam.Soll aus der ehemaligen Konsum-Kaufhalle in Anklam ein überregionaler Treffpunkt für die rechtsextreme Szene werden? Das ist zu befürchten, denn beim Landkreis liegt ein Antrag, vor, um aus dem Objekt an der Pasewalker Straße 36 ein Veranstaltungszentrum zu machen. Eingereicht wurde der Antrag auf eine Nutzungsänderung zwar von Privatpersonen, wie Kreissprecher Christoph Krohn gestern bestätigte. Das Haus wird aber bekanntlich unter anderem von hiesigen Mitgliedern der NPD genutzt, außerdem ist es im Internet als Sitz des NPD-Landesverbandes angegeben. Der Antrag wird nun in der Kreisverwaltung geprüft, in dem Genehmigungsverfahren hat auch Anklam ein Wörtchen mitzureden.
Anklams Bürgermeister Michael Galander (IfA), aber auch Stadtvertreter hegen offenbar keinen Zweifel daran, dass die "kulturellen, künstlerischen, geselligen und unterhaltenden" Veranstaltungen, die die Antragsteller in dem Objekt planen, vor allem Neonazis anziehen werden. Und da der Antrag darauf abziele, dass dort bis zu 199 Personen bis nachts um 24 Uhr zusammenkommen können, sei wohl auch mit Musikveranstaltungen und Konzerten zu rechnen, so Galander. Die Stadt jedenfalls werde einer solchen Nutzungsänderung nicht zustimmen, betonte
Galander. Er habe außerdem Landrätin Barbara Syrbe (Die Linke) angesichts der Brisanz gebeten, das Verfahren persönlich zu begleiten. Bekanntlich macht Anklam schon seit Jahren immer wieder wegen der Aktivitäten von Neonazis Schlagzeilen. Erst kürzlich wurden bei Gewalttaten von Rechten mehrere linke Jugendliche verletzt.
Galander geht daher davon aus, dass der Landkreis genau prüfen wird, was ein solcher Veranstaltungsort der rechten Szene für die
Sicherheitslage in Anklam
bedeutet. Außerdem sei unter anderem zu berücksichtigen, dass ringsherum Wohnbebauung besteht und Parkplätze fehlen, sagte der Bürgermeister. Und natürlich spielen vor allem baurechtliche Fragen und das Thema Lärmschutz eine Rolle, so Kreissprecher Christoph Krohn. Eine Entscheidung zu dem Antrag auf Nutzungsänderung sei frühstens Anfang Juni zu erwarten.
Nordkurier-Anklam
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